Industrieprozesse verbessern

Thomas Vosgien, V-Research

Digitalisierungspotenziale von Industrieprozessen ist das Forschungsfeld, mit dem sich Thomas Vosgien, 31, Principal Scientist beim ACR-Institut V-Research, derzeit beschäftigt. Der Maschinenbauingenieur aus Frankreich arbeitet seit Anfang 2016 beim Vorarlberger Forschungsinstitut im Bereich Design Automation. Bevor er nach Österreich kam, schloss er seine Doktorarbeit in Paris mit der höchsten Auszeichnung ab und sammelte in der Luftfahrtbranche erste Erfahrungen in der industriellen Forschung.

Mittlerweile hat sich Thomas Vosgien an die Vorarlberger Alpen gewöhnt und auch die deutsche Sprache ist nach zwei Jahren kein Problem mehr, nur mit dem Vorarlberger Dialekt hakt es noch ein wenig.  Seit zwei Jahren lebt der 31-jährige Franzose nun in Vorarlberg und hat bei V-Research eine neue berufliche Heimat gefunden. „In den zwei Jahren, in denen ich in Vorarlberg bin, habe ich erfahren, wie hochentwickelt hier die Industrie ist. Ich bin überzeugt, dass die Wirtschaftlichkeit der Vorarlberger Industrie und die hohe Qualität ihrer Produkte und Dienstleistungen durch die Qualität der Arbeit und das Engagement arbeitsamer, zufriedener Menschen bedingt sind. Gleichzeitig konnte ich bei vielen Betrieben Verbesserungspotenzial feststellen, was die Anwendung und Integration von Digitaltechnik betrifft. Hier ergibt sich ein weites Betätigungsfeld für V-Research“, sagt Vosgien, der als Forschungsingenieur und K-Project Manager im Bereich Design Automation tätig ist.

Der gebürtige Pariser hat an der Université de Technologie Compiègne Maschinenbau studiert und anschließend seine Doktorarbeit bei SAFRAN Aircraft Engines in Zusammenarbeit mit der Ecole Centrale Paris geschrieben. „Dabei konnte ich mir ein tiefgehendes Wissen im Bereich des ‚Digital Systems Engineering‘ und ‚Product Lifecycle Management‘ aneignen“, resümiert Thomas Vosgien.  Auch bei EU-Forschungsprojekten hat er schon mitgearbeitet. Aktuell ist er Projektleiter des K-Projektes AEDA (Advanced Engineering Design Automation, www.aeda.at). „In diesem Projekt entwickeln wir eine Reihe von Methoden und Werkzeugen, die in einer Lern- und Testbedplattform für die Automatisierung von Konstruktionsaufgaben integriert sind“, erläutert Vosgien. „Das Projekt zielt darauf ab, sowohl den Übergang akademischer Methoden in die industrielle Praxis zu gewährleisten, als auch die Akzeptanz der Designautomatisierung in der Industrie zu verbessern“. An dem Projekt sind noch sechs wissenschaftliche und acht Industriepartner beteiligt. Im Oktober dieses Jahres soll das Projekt nach insgesamt vier Jahren Laufzeit abgeschlossen werden.

In seinen nächsten Projekten beabsichtigt Vosgien, die zuvor entwickelten Methoden und Werkzeuge im Rahmen von digitalen Fabrik- und intelligenten cyberphysikalischen Systemanwendungen anzuwenden und zu integrieren. Ziel ist es aufzuzeigen, wie bestehende Methoden aus den Bereichen Digital Engineering, System Engineering, Enterprise Architecture und PLM für die effiziente Entwicklung und Umsetzung der oben genannten Systeme kombiniert werden können. Parallel hat sich Vosgien zum Ziel gesteckt, die Habilitation zu erlangen, um irgendwann auch selbst DoktoratsstudentInnen betreuen zu können. Mit 31 hat er dafür aber noch reichlich Zeit.

Abseits der Arbeit feilt er noch weiter an seinen Deutschkenntnissen und wenn dann noch Zeit bleibt, liest er gerne historische Romane und betreibt Wintersport und Mountain Biking. Ansonsten beschäftigt er sich mit Naturwissenschaften jeglicher Art und entdeckt beim Reisen gerne fremde Länder und Kulturen.

www.aeda.at

www.v-research.at

Fotos

  • Thomas Vosgien, 31, Principal Scientist beim ACR-Institut V-Research, beschäftigt sich mit Digitalisierungspotenzialen von Industrieprozessen. Foto: V-Research