ACR Kooperationspreise und Woman Award 2016: Innovation durch Kooperation

Von einem Trennverfahren für Flüssigkeiten über die Veredelung von Werkzeugen bis hin zu einem revolutionären Energiekonzept: Das Wissenschafts- und Wirtschaftsministerium und die ACR - Austrian Cooperative Research zeichneten wieder drei besonders innovative Forschungsprojekte von kleinen und mittleren Unternehmen mit ACR Forschungsinstituten aus. Vizekanzler und Wirtschafsminister Reinhold Mitterlehner und ACR-Präsident Martin Leitl übergaben am 3. Oktober den ACR Kooperationspreis 2016 sowie den Woman Award.

Montagabend lud die ACR – Austrian Cooperative Research zur traditionellen ACR Enquete, in dessen Rahmen besonders innovative Forschungskooperationen zwischen KMU und ACR-Instituten mit dem ACR Kooperationspreis ausgezeichnet werden. Verliehen wurden die Preise von Wissenschafts- und Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner gemeinsam mit ACR-Präsident Martin Leitl. "Die heimischen KMU werden in ihrer Rolle für den Wirtschafts- und Wissensstandort oft unterschätzt. Im internationalen Wettbewerb werden wir uns langfristig nur mit Know-how und Kreativität durchsetzen, daher müssen wir das Potential an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Wirtschaft weiter stärken. Mit dem Kooperationspreis holen wir spannende Projekte vor den Vorhang und zeigen, dass Innovation auch abseits der Großkonzerne ein gelebter Teil der Unternehmenskultur ist. Die Preisträger verbinden fachliches Wissen und Praxiserfahrung zu einer Kombination, die allen Beteiligten und vor allem dem Standort Österreich langfristig nutzt", so Reinhold Mitterlehner in seiner Gastrede, dessen Ressort die ACR seit über 20 Jahren unterstützt.  

"Die heurigen Preisträger zeigen einmal mehr vor, wie sich durch Forschung aus Ideen neue Geschäftsfelder entwickeln können. Die ACR ermöglicht es KMU, auf Top-Forschung zuzugreifen, ohne selbst eine teure Infrastruktur anschaffen zu müssen. So entstehen tolle Innovationen", sagte ACR-Präsident Martin Leitl in seiner Eröffnungsansprache. "Wollen wir zum Innovation Leader vorrücken, müssen wir auch eine Start-up Kultur schaffen, in der Forscher ermutigt werden, ihre Ideen weiter zu verfolgen und eigene Unternehmen zu gründen", so Leitl weiter und überraschte mit der Ankündigung, im nächsten Jahr einen neuen Preis für Gründer und Start-ups gemeinsam mit der Austria Wirtschaftsservice GmbH (aws) auszurufen.

Dazu Bernhard Sagmeister, Geschäftsführer der Austria Wirtschaftsservice GmbH (aws): "Mit dieser Auszeichnung wollen wir einen Beitrag zur Umsetzung einer innovativen Geschäftsidee leisten, die durch ein Institut aus dem ACR-Netzwerk unterstützt wird. Die aws stellt einen Preis zur Verfügung, der einen Beratungsgutschein sowie die Teilnahme am Pioneers Festival beinhaltet“. Die Preisverleihung fand am 3. Oktober im Rahmen der ACR Enquete in der Sky Lounge der Wirtschaftskammer Österreich in Wien statt. 150 geladene Gäste aus Wirtschaft, Forschung und Politik waren dabei, als die drei Kooperationspreise und der Woman Award verliehen wurden.

Die GewinnerInnen kommen aus der Steiermark, Vorarlberg, Niederösterreich und dem Burgenland:

Weniger Chemikalien in der Galvanik
Im Projekt „Galvano MD“ ist es dem steirischen Unternehmen Rotreat gemeinsam mit dem Forschungspartner AEE INTEC gelungen, die Membrandestillation auch für die Galvanik einsetzbar zu machen.  In Zukunft ist Galvanisierung durch diese Innovation umweltfreundlicher und ressourcenschonender möglich. Mehr / VideoNitrierverfahren macht Werkzeuge langlebigerDamit mechanische Bauteile aus Stahl, wie Werkzeuge oder Zahnräder, länger halten, werden sie an der Oberfläche behandelt, zum Beispiel durch Nitrieren. Dadurch verbessert sich die Qualität der Oberfläche und somit die Lebensdauer dieser Bauteile. Das Vorarlberger Forschungsinstitut V-Research hat zusammen mit der Firma Lingenhöle Technologie GmbH ein Nitrierverfahren entwickelt, das die Verschleißbeständigkeit und Lebensdauer von Abkantwerkzeugen um 80 Prozent erhöht. Zusätzlich wurde ein Nitrierprozesskatalog entwickelt, der es der Firma Lingenhöle ermöglicht, kundenspezifische Nitrierschichten anzubieten. Mehr / Video

Nitrierverfahren macht Werkzeuge langlebiger
Damit mechanische Bauteile aus Stahl, wie Werkzeuge oder Zahnräder, länger halten, werden sie an der Oberfläche behandelt, zum Beispiel durch Nitrieren. Dadurch verbessert sich die Qualität der Oberfläche und somit die Lebensdauer dieser Bauteile. Das Vorarlberger Forschungsinstitut V-Research hat zusammen mit der Firma Lingenhöle Technologie GmbH ein Nitrierverfahren entwickelt, das die Verschleißbeständigkeit und Lebensdauer von Abkantwerkzeugen um 80 Prozent erhöht. Zusätzlich wurde ein Nitrierprozesskatalog entwickelt, der es der Firma Lingenhöle ermöglicht, kundenspezifische Nitrierschichten anzubieten. Mehr / Video

Mit Wind und Beton Energie sparen
Über Energieeffizienz und den Einsatz erneuerbarer Energien wird in der Baubranche viel diskutiert. Der Energieverbrauch von Gebäuden soll kleiner werden und der Anteil nachhaltiger Energiequellen größer, da sind sich alle einig. Weniger aber über den besten Weg zu diesem Ziel. Einen Weg zeigen die Niederösterreichische Firma Aichinger Hoch- und Tiefbau GmbH und das ACR-Institut VÖZ - Vereinigung der Österreichischen Zementindustrie auf. Gemeinsam haben sie die Technologie der thermischen Bauteilaktivierung (TBA) um die Nutzung von Alternativenergie wie Wind und Sonne erweitert, wodurch sie für alle leistbar wird. Mehr / Video

Auswahl der Gewinnerprojekte
Der ACR Kooperationspreis zeichnet eine erfolgreiche Innovation von einem österreichischen KMU mit einem ACR-Forschungsinstitut aus. Bewertet werden etwa Innovationsgehalt, praktische Anwendbarkeit, wirtschaftlicher Erfolg, Auswirkung auf die Wettbewerbssituation und Beschäftigungseffekte. Die Jury setzt sich aus Vertreterinnen und Vertretern folgender Stellen zusammen: Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft, Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie, KMU Forschung Austria, Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft FFG, Rat für Forschung und Technologieentwicklung, Vereinigung der Österreichischen Industrie, Wirtschaftskammer Österreich.

ACR Woman Award
Der ACR Woman Award, der heuer zum 7. Mal vergeben wurde, ging an die Gebäudetechnikerin Katharina Kreuter von Güssing Energy Technologies (GET). Die 28-jährige Forscherin aus dem Burgenland ist dort seit 2009 Projektleiterin und hat sich auf Nachhaltigkeit und erneuerbare Energie spezialisiert. Kreuter wird für ihre Leitungsrolle von „Cool PV“, einem multidisziplinären Forschungsprojekt zur Systemkombination von PV-Hybridkollektoren und Erdreichwärmepumpen, ausgezeichnet. Mehr / Video

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