ACR zu Besuch im Innovationsland Israel

Seit acht Jahren fährt die ACR auf Studienreisen, hauptsächlich in europäische Länder, aber nicht nur. Heuer ging es etwa nach Israel, der Start-up Nation Nummer 1, auf der Suche nach Inspiration aber auch nach konkreten Anknüpfungspunkten.

Von 19.-21. März 2017 reiste eine 30-köpfige Delegation, bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern der ACR-Institute, von Ministerien und Interessenvertretungen sowie Fachjournalisten, ins Innovations- und Start-up Land Israel. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer besuchten Universitäten und Förderagenturen in Tel Aviv, Jerusalem und Haifa und tauschten sich mit Energy- & Green-Building Expertinnen und Experten aus. Dabei zeigte sich rasch, wie selbstverständlich und proaktiv der Technologietransfer zwischen Wissenschaft und Wirtschaft funktioniert. "Hier versucht man mit aller Kraft, Ideen zu Patenten zu machen", war auch Johann Jäger, ACR-Geschäftsführer, sichtlich beeindruckt.

Das beste Land der Welt, um ein Unternehmen zu gründen

Start-ups werden in Israel massiv unterstützt und gefördert, dennoch ist nicht alles Gold, das glänzt. So sagte etwa Harold Wiener von Terra Venture Partners: "Wir sind das beste Land in der Welt um ein Unternehmen zu gründen, und das schlechteste, um es am Leben zu erhalten". Denn der Heimmarkt ist klein – auf einer Fläche so groß wie Niederösterreich leben ähnlich viele Einwohner wie in ganz Österreich – und es gibt keine natürlichen Ressourcen. Von den jährlich gut 1.000 Gründungen verschwinden 90 Prozent wieder. Aber Fehlschläge sind in Israel kein Stigma, im Gegenteil, alleine im Jahr 2015 wurden 1.400 neue Unternehmen gegründet. Im Durchschnitt sind ständig rund 6.000 Start-ups im Land aktiv.

Von der Mentalität, Scheitern zuzulassen beziehungsweise sogar bewusst in Kauf zu nehmen, davon könnte sich Österreich eine Scheibe abschneiden, sind sich Jäger und Martin Leitl, Präsident der ACR einig. So beträgt die Rücklaufquote der Fördergelder, die die  Regierungsorganisation Israel Innovation Authority, die jährlich 2.000 Projekte aus allen Sektoren unterstützt, lediglich 35 Prozent pro Jahr. „Wären es mehr, würde das bedeuten, dass wir zu wenig Risiko eingehen“, sagte dazu  Anya Eldan, die innerhalb der Organisation für die „Early Stage Division“ zuständig ist.

Traditionelle Industriebereiche hinken hinterher

Dabei hat Israel auch mit zahlreichen Herausforderungen zu kämpfen, wie zum Beispiel der Integration der arabisch sprachigen Bevölkerung in den Arbeitsmarkt, steigenden Lebenshaltungskosten sowie einem zunehmenden Nachwuchsmangel bei Technikerinnen und Technikern. Und bei allen Erfolgen der Hightech-Industrie sind traditionelle Industriebereiche ins Hintertreffen geraten. „Das größte Ziel derzeit ist es, Innovation in die traditionellen Industrien zu bringen“, sagte Eldan.

Was wir lernen können

Was können wir also für Österreich und speziell für die ACR mitnehmen? Österreich könne viel davon lernen, wie in Israel ohne Kontaktscheu Universitäten bzw. die Wissenschaft mit der Wirtschaft interagieren: "Seien es Förderungen, Spenden oder Kooperation, es gibt keine Berührungsangst. Das Endziel ist immer das Produkt, das am Markt Erfolg hat", so die Bilanz von Martin Leitl am Ende der Reise. "Wir können aber auch mit Stolz sagen, dass unsere Institute auf dem internationalen Parkett mit ihrem Know-how und ihrer Infrastruktur sehr gut aufgestellt sind. Wir haben konkrete Projekte vorgestellt, die auf großes Interesse gestoßen sind und zahlreiche bilaterale Gespräche geführt. Ich bin optimistisch, dass sich daraus Kooperationen ergeben werden", so Jäger abschließend.

Die ACR wurde bei der Planung und Vorbereitung der Studienreise durch den Wirtschaftsdelegierten Günther Schabhüttl und seine Mitarbeiter vom Austria Wirtschaftsservice in Israel tatkräftig unterstützt sowie während des gesamten Aufenthaltes begleitet. https://www.wko.at/service/dienststelle.html?orgid=14622 

Die Stationen der ACR-Studienreise:

http://www.greenrg.org.il/he-il/english.htm
http://www.yissum.co.il/
http://israel.masschallenge.org/
http://www.technion.ac.il/en/ 
https://english.tau.ac.il/Porter_school
https://ilgbc.org/about/about-ilgbc/ 
https://english.tau.ac.il/nanoscience
http://innovation-israel.mag.calltext.co.il/magazine/45/?article=0 

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