Zusammenhänge verstehen

Andreas Eder, 30, ist Volkswirt und beschäftigt sich mit der Analyse gesamtwirtschaftlicher Zusammenhänge und der Abschätzung der Folgen von wirtschaftspolitischen Maßnahmen. Seit 2015 ist er Junior Researcher beim ACR-Institut IWI. In seinem aktuellen Projekt untersucht er, ob die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes mehr ausmacht als nur die Summe der Wettbewerbsfähigkeit der einzelnen Wirtschaftsbereiche.

Andreas Eder ist Oberösterreicher, 2007 kam er für das Studium der Volkswirtschaft nach Wien und 2015 zum ACR-Institut IWI.  Sein erstes Projekt, an dem er mitarbeitete, war „BiGa-NET. Biogasnetzwerk Österreich – F&I für KMU zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit“, in dessen Rahmen er seine Dissertation schrieb. Mitte 2018 schloss er sie ab. Daneben verfasste er zwei in international angesehen Fachzeitschriften (The Energy Journal und International Journal of Production Economics) publizierte Artikel sowie ein Working Paper (im Munich Working Paper Archive). Das Arbeiten mit Daten, von der Suche und Aufbereitung bis zur Analyse und Präsentation, machte ihm immer schon Spaß. Er beschäftigt sich daher leidenschaftlich gerne mit unterschiedlichen mathematisch-statistischen Methoden und deren Anwendungen in wirtschaftswissenschaftlichen Analysen. „Bei wirtschaftswissenschaftlichen Arbeiten finde ich es wichtig, dass sie eine gesellschaftspolitische Relevanz aufweisen und eine Verbindung von Theorie und Empirie darstellen“, so Eder.

Diese Kenntnisse setzt er auch in seinem aktuellen Projekt „Analyse der Wettbewerbsfähigkeit aus der Sicht der Input-Output-Verflechtung und Zerlegung“ ein, das von der Österreichischen Nationalbank gefördert wird. Im Rahmen dieses Projekts geht er davon aus, dass Wettbewerbsfähigkeit mehr ausmacht als nur die Summe der Wettbewerbsfähigkeit der einzelnen Wirtschaftsbereiche. Dafür analysiert er die Verflechtungen innerhalb einer Wirtschaft, erstellt Zeitvergleiche stattfindender Entwicklungen sowie Ländervergleiche über die Unterschiede von ökonomischen, sozialen und ökologischen Kennzahlen. Ende dieses Jahres sollen die Ergebnisse vorliegen.

Sein nächstes Projekt steht auch schon fest, er wird am von der FFG geförderten Projekt „Makroökonomische Aspekte vernetzter digitaler Produktion“ mitarbeiten. Dabei geht es um die möglichen Auswirkungen der umfassenden Digitalisierung und Vernetzung der industriellen Produktion (Industrie 4.0), wie sie sich für die nächsten ein bis zwei Jahrzehnte abzeichnen. Dafür untersucht Eder das mögliche Produktivitätswachstum sowie die Auswirkungen auf den gesamtwirtschaftlichen Produktionswert, die Wertschöpfung und die Beschäftigung, die durch den Einsatz vernetzter digitaler Produktionstechnologien in österreichischen Unternehmen entstehen könnten. Ziel des Projektes ist es, basierend auf den quantitativen Ergebnissen, Richtlinien für die makroökonomische Politik in Bezug auf vernetzte digitale Produktion abzuleiten.

Für seine berufliche Zukunft hat sich Andreas Eder vorgenommen, seine mathematisch-statistischen Methoden weiterzuentwickeln, daneben strebt er die Leitung eigener wissenschaftlicher Projekte an. Privat verbringt er seine Zeit mit Sport und der Lektüre von Sachbüchern zum Thema Geschichte und Politik.

Fotos

  • Andreas Eder beschäftigt sich leidenschaftlich gerne mit unterschiedlichen mathematisch-statistischen Methoden und deren Anwendungen in wirtschaftswissenschaftlichen Analysen. Foto: IWI