ACR Kooperationspreis 2017: Echte Frische im Verschluss

Selbst gemachte, mit natürlichen Zutaten frisch zubereitete Limonade ist der Inbegriff eines Erfrischungsgetränks. Viele haben schon versucht, diese Frische und Natürlichkeit massentauglich in die Flasche zu bekommen, doch ohne künstliche Aromen oder chemische Konservierung ist es noch keinem Getränkehersteller gelungen. Bis jetzt. Die Firma move-products hat mit Unterstützung des ACR-Instituts OFI ein Trinksystem entwickelt, bei dem sich der Sirup erst durch das Öffnen der Flasche mit dem Wasser vermischt – ohne chemische Konservierungsstoffe und trotzdem bis zu zwei Jahren haltbar. Dafür erhielten sie am 3. Oktober den ACR Kooperationspreis 2017.

Mittwoch, 4. Oktober 2016. Die Idee, ein eigenes Getränk ohne künstliche Aromen oder Konservierungsstoffe auf den Markt zu bringen, beschäftigt Werner Toifl schon seit 2010. Die ersten Versuche mit einem mit Sauerstoff angereicherten Wasser brachten jedoch die Erkenntnis, dass die extrem hohe Oxidation Mixgetränke jeglicher Art unmöglich machte. „Das brachte mich auf die Idee, den Sirup in der Verschlusskappe, getrennt vom Wasser aufzubewahren, sodass sie sich erst beim Öffnen mit dem Wasser vermischt“, erklärt Werner Toifl den Beginn des Entwicklungsprozesses von Move-cap im Jahr 2014. Ein Jahr später gründete Werner Toifl zusammen mit Geschäftspartnerin Sonja Dvorak die Firma move-products gmbh.

Die ersten Entwürfe hat Toifl noch selbst gemacht und begonnen, mit diversen Spritzguss- und Werkzeugbaufirmen Gespräche zu führen, um wichtiges Know-how für die Konstruktion aufzubauen. Die Anforderungen an das Cap waren enorm: Es sollte groß genug sein, den Inhalt natürlich konservieren, einen tollen Mischeffekt haben, hohem Druck standhalten sowie hygienisch, UV-beständig, kindgerecht, insekten- und manipulationssicher und recyclingfähig sein. „Je mehr ich mich aber mit dem Thema Kunststoff beschäftigt habe, umso komplexer wurde es. Nach dem fünften Prototyp wurde mir klar, dass wir Unterstützung brauchten“, erklärt Werner Toifl. Dass OFI der richtige Forschungspartner ist, war recht schnell entschieden, im Sommer 2015 hat move-products mithilfe eines FFG-Innovationsscheck schließlich die Zusammenarbeit gestartet.

Nun folgten in vielen kleinen Schritten strukturelle und werkstofftechnische Optimierungen aller Einzelkomponenten, um die hohen mechanischen und wirtschaftlichen Anforderungen erfüllen zu können. „Insgesamt haben wir 40 verschiedene Prototypen strukturmechanisch berechnet, bis wir eine Version gefunden haben, die technisch, funktional und wirtschaftlich überzeugte“, erläutert Heinz Haider, Leiter der angewandten Kunststofftechnik beim OFI und Projektleiter, die intensive Testphase.  „Technisch besonders herausfordernd war es, eine hohe Steifigkeit und Festigkeit der Einzelkomponenten zu gewährleisten, um die hohen Innendrücke aufnehmen zu können sowie eine dauerhafte Dichtheit über die Lebensdauer von bis zu zwei Jahren aufrecht zu erhalten“, so Haider. Andererseits sollte die Konstruktion möglichst dünn sein, um ausreichend Volumen für das Sirup zu gewährleisten, dabei aber möglichst wenig kosten, da die Verschlusskappe so wie die Flasche ein Wegwerfprodukt ist.

„Im April 2017 haben wir schließlich ein finales, serienreifes Move-cap fertiggestellt und patentiert“, freut sich Werner Toifl. Die Markteinführung ist für Frühjahr 2019 in zwei verschiedenen Größen geplant, das kleine Move-cap mit einem Fassungsvermögen von ca. 15ml und das große mit einem Fassungsvermögen von ca. 35ml. „Bis dahin konzentrieren wir uns darauf, die Produktions- und Abfüllanlage aufzubauen und zu optimieren, Mitarbeiter einzustellen und zu schulen und unseren Rohdiamanten zu perfektionieren“, so Werner Toifl über die nächsten Schritte.

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Über die Kooperationspartner
move-products gmbH wurde 2015 gegründet und beschäftigt sich mit der Umsetzung und Vermarktung von Move-cap, eines befüllbaren Getränkeverschlusses, der biologische Inhalte ohne chemische Konservierung mit einer langen Haltbarkeit ausstattet sowie dem Aufbau des Produktionsprozesses mit einer neu entwickelten Fertigungs- und Abfüllanlage in Österreich.

Das OFI ist die größte private Prüf-, Inspektions- und Zertifizierungsstelle Österreichs und aktiv an der Forschung und Entwicklung neuer Produkte und Produktlösungen beteiligt. Es bietet Kunden und Projektpartnern langjähriges interdisziplinäres Experten-Know-how sowohl im Bereich Bauwerkserneuerung als auch am Sektor Werkstoffanwendungen. Werkstoffe und Produkte werden geprüft und evaluiert bevor sie in Produktion gehen, aber auch wenn sie bereits am Markt sind. So wird Qualität sichergestellt. www.ofi.at 

Über den ACR Kooperationspreis
Der ACR Kooperationspreis zeichnet eine erfolgreiche Innovation von einem österreichischen KMU mit einem ACR-Forschungsinstitut aus. Bewertet werden etwa Innovationsgehalt, praktische Anwendbarkeit, wirtschaftlicher Erfolg, Auswirkung auf die Wettbewerbssituation und Beschäftigungseffekte. Die Jury setzt sich aus Vertreterinnen und Vertretern folgender Stellen zusammen: Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft, Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie, KMU Forschung Austria, Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft FFG, Rat für Forschung und Technologieentwicklung, Vereinigung der Österreichischen Industrie, Wirtschaftskammer Österreich.

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