ACR Kooperationspreis 2019: Tonbauplatten für ein gutes Raumklima

Die Firma EMOTON GmbH hat in Zusammenarbeit mit dem ACR-Institut Holzforschung Austria (HFA) eine völlig neuartige Raumklimaplatte für den Innenausbau entwickelt. Sie kann Schadstoffe aus der Luft absorbieren, Feuchtigkeit regulieren, Feinstaub verringern und Schall dämmen. Durch die Verwendung von natürlichem Ton und Reststofffasern der Papierindustrie, ist die Raumklimaplatte Panello zudem ökologisch und ressourcenarm in der Herstellung. Sie sorgt also nicht nur für gesundes Raumklima, sondern trägt auch zum Umwelt- und Klimaschutz bei. Für diese Produktinnovation wurden die EMOTON GmbH und die HFA am 8. Oktober mit dem ACR Kooperationspreis 2019 ausgezeichnet.

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Heute müssen Baumaterialien immer mehr Anforderungen erfüllen als rein physikalische, in Innenräumen spielen etwa Gesundheit und Wohlbefinden eine immer größerer Rolle. Gängige Platten- und Putzsysteme bieten in diesem Bereich jedoch kaum einen Mehrwert. „Dabei können Wandoberflächen eine nicht zu unterschätzende Wirkung auf das Raumklima haben“, sagt Norbert Kaimberger, Geschäftsführer der EMOTON GmbH. Die Firma EMOTON hat es sich daher zum Ziel gesetzt, eine Tonbauplatte für den Innenausbau anzubieten, die nicht nur allen bauphysikalischen Anforderungen entspricht, sondern zudem schadstoffabsorbierend und feuchtigkeitsregulierend wirkt und besonders ökologisch ist. Dafür hat Norbert Kaimberger die noch nicht ausgereifte Entwicklung eines Vorgängerunternehmens übernommen und zusammen mit der HFA die Produktinnovation weiterentwickelt und zur Marktreife gebracht.

Gut für das Raumklima
„In der von der FFG geförderten Machbarkeitsstudie ging es im Wesentlichen darum, die optimale Rezeptur für die Tonbauplatte zu finden, um die nötige Steifigkeit und Festigkeit für den Einsatz auch im mehrgeschoßigen Wohnbau zu erreichen. Auf der anderen Seite war es erforderlich auch Aspekte wie Brandschutz, Schallschutz sowie Wärme- und Feuchteschutz zu optimieren und nachzuweisen“, erklärt Projektleiterin Irmgard Matzinger von der HFA die Projektziele. Schließlich wurde die Panello Tonbauplatte auch einem Vergleich mit den Eigenschaften der zurzeit im Holzbau üblichen Plattenmaterial unterzogen. „Gegenüber den üblichen Innenraumbekleidungen wie Gipskartonplatten oder Gipsfaserplatten erreichen die Tonbauplatten einen wesentlich besseren Überhitzungsschutz, die Schadstoffkonzentration und die Feinstaubbelastung der Innenraumluft wird deutlich verringert, das Produkt ist ökologisch, recycelbar, und trägt aufgrund der geringeren Energie- und Umweltbelastung bei Produktion und Entsorgung zum Klima- und Umweltschutz bei“, fasst Matzinger die Ergebnisse zusammen.

Hoch hinaus
„Dank des Forschungsprojektes mit der HFA ist es uns gelungen, die Tonbauplatte in Österreich und Deutschland im Markt zu etablieren“, erklärt Kaimberger. „Wir freuen uns, eine ökologische, hochwertige und gesunde Alternative zu herkömmlichen Innenausbauplatten anbieten zu können, die ein nachweislich besseres Innenraumklima schafft“, so Kaimberger weiter. Bisher wurde die Produktinnovation vorwiegend von Privatkunden im Segment der Einfamilienhäuser eingesetzt. Das Ziel war also, die Tonbauplatte im Bereich der bauphysikalischen Werte weiterzuentwickeln, damit sie auch im mehrgeschossigen Holzbau und im Bürobau eingesetzt werden kann. Ergänzend bietet Emoton auch Tonspachtelungen an, die die Eigenschaften der Tonplatte unterstützt aber auch auf herkömmliche Bauplatten aufgetragen werden kann. „Selbst wenige Millimeter Tonschicht wirken sich bereits positiv auf das Raumklima aus“, so Kaimberger abschließend.

www.emoton.at
www.holzforschung.at

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