Innovationspreis

Innovation unterstützen.

Seit 2006 vergibt die ACR zusammen mit dem Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort den ACR Innovationspreis (früher Kooperationspreis). Dieser holt die besten in Zusammenarbeit mit ACR-Instituten entstandenen Innovationen vor den Vorhang, um zu zeigen, dass nicht nur große Unternehmen Motoren für Innovation sind, sondern auch KMU. Die eingereichten Projekte stellen sich einer Fachjury sowie einem Online-Voting, die bestbewerteten drei Projekte erhalten den begehrten Innovationspreis.

PreisträgerInnen des ACR-Innovationspreis 2020
  • Pelletieren direkt am Feld
  • Dauerhafte Schimmelentfernung
  • Frostschutz für Straßen
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Pelletieren direkt am Feld

Futtermittel, Einstreu, Brennstoffe: Pellets können jetzt direkt am Feld aus der jeweils dort anfallenden Biomasse hergestellt werden. Der SCM Produktions- und Vertriebs GmbH ist in Kooperation mit der Holzforschung Austria das Kunststück gelungen, alle Prozessschritte des Pelletierens in einer mobilen Maschine zu vereinen.

„Logistisch ist das natürlich ein Quantensprung“, sagt Christian Freilach. Er ist der CFO der SCM Produktions- und Vertriebs GmbH aus Staasdorf bei Tulln in Niederösterreich; ein kleines Unternehmen, das soeben die weltweit erste serienreife mobile Pelletiermaschine auf den Markt gebracht hat. Wer Pellets herstellen will, kann dies ab sofort direkt mit der vorhandenen Biomasse auf dem eigenen Feld tun und die eigenen Pellets selbst nutzen oder vermarkten. Die Entwicklung ist so erfolgreich, dass SCM bereits einen Kooperations- und Lizenzvertrag mit einem großen chinesischen Maschinenbauunternehmen unterzeichnet hat.

Die Holzforschung Austria (HFA) hat maßgeblich zu dem Quantensprung beigetragen: „Wir konnten die Entwicklung durch die Kooperation wesentlich schneller und effektiver voranbringen“, so das Fazit von Christian Freilach.

a Mobile Pelletiermaschine am Feld
b Pellets

Es ist gelungen, mehrere Prozessschritte in kompakter Form und mit begrenztem Gewicht auf einer Plattform zu vereinen – eine echte Herausforderung.

Christian Freilach, CFO der SCM Produktions- und Vertriebs GmbH

Äußerlich einem Wohnwagen nicht unähnlich, vereinigt die Maschine alles, was notwendig ist, um direkt am Feld Pellets herzustellen. Die Maschine mäht oder nimmt auf und häckselt jede Art von halmgutartiger Biomasse und macht daraus Pellets für Futtermittel, Einstreu, Dünger, Weiterverarbeitung oder Brennmaterial; je nachdem, was der landwirtschaftliche Betrieb gerade braucht. Als Bindemittel werden die pflanzeneigenen Lignine oder das Eiweiß eingesetzt. „Es ist gelungen, mehrere Prozessschritte in kompakter Form und mit begrenztem Gewicht auf einer Plattform zu vereinen – eine echte Herausforderung“, sagt Wilfried Pichler von der HFA, der das Kooperationsprojekt, „HOPE“ genannt, leitete.

Eine gewisse Eile war bei der Entwicklung geboten, denn die Konkurrenz auf dem Markt wird größer, je wichtiger Energiepflanzen werden: mobile Pelletiertechnologien gehören angesichts dieser Entwicklung zu den Zukunftstechnologien, weil sie die Nutzung von Pflanzen zur Energiegewinnung erst wirtschaftlich machen. Strohpellets etwa haben eine höhere Energiedichte als Strohballen, verbrauchen weniger Lagerfläche und lassen sich leichter transportieren. „In Deutschland sollen 11 Millionen Tonnen Getreidestroh pro Jahr für die Energiegewinnung eingesetzt werden – da ist die Pelletierung auf dem Feld eine Voraussetzung“, schildert Freilach.

Pelletiermaschinen gehören eigentlich zu den Schwergewichten: „Weil sehr große Kräfte auftreten, stellt der Prozess hohe mechanische Anforderungen an Maschinen,“, sagt Pichler. Die Kunst des mobilen Pelletierens besteht darin, diese Kräfte mit einem Rohstoff zu beherrschen, der auf dem Feld nicht in konstanter Qualität vorliegt. „Die Biomasse ist zum Beispiel unterschiedlich feucht, auch wenn sie von einem einzigen Feld stammt“, erklärt Pichler.

Bei einem Verbrauch von 30 Kilowatt pro Tonne kann SCM rund acht Tonnen Pellets in der Stunde produzieren. Die unmittelbare Konkurrenz schafft nur zwei Tonnen, wie Freilach nicht ohne Stolz erzählt. „Die Technologie ist robust und kompakt, dabei wartungsfreundlich“ weist auch Pelletierexperte Pichler auf die Vorzüge hin. „Der Pressspalt lässt sich online öffnen, sodass die Last herausgenommen werden kann. Eine konventionelle Presse würde blockieren – zu viel Aufwand für den Feldbetrieb.“

SCM hatte das Glück, seine Innovation im Rahmen von „HOPE“ – einem Kooperationsprojekt mehrerer Partner – anhand der Energiepflanze Sida austesten zu können und gemeinsam mit der HFA die Pelletiertechnik zu optimieren. „Ohne die Erfahrung der HFA wäre das wohl nicht in dieser Form möglich gewesen“, so Freilach. Sida ist eine besonders ertragreiche und genügsame mehrjährige Energiepflanze, die zudem geeignet ist, ausgelaugte Böden wieder fit zu machen. „Diese Böden sind dann später wieder wertvolles Ackerland“, sagt Freilach. Mobile Pelletierung ermöglicht damit eine auch ökologisch sinnvolle Form der Feldbewirtschaftung.

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Dauerhafte Schimmelentfernung

Die BMB Gebäudehygiene GmbH entwickelte eine Methode, Schimmel ein für alle Mal zu beseitigen ohne dafür Mauern oder Verputze abtragen oder in Desinfektionsmitteln tränken zu müssen. Zusammen mit dem OFI gelang es, den wissenschaftlichen Nachweis zu erbringen.

Am Anfang der Geschichte steht ein kleines Unternehmen aus dem niederösterreichischen Droß in der Nähe von Krems, das ein Verfahren zur Extraktion von Stoffen aus porösen Materialien entwickelt hat. Ein Mikroextraktionsverfahren, mit dem alle möglichen chemischen Verbindungen, darunter auch organisches Material wie Algen und Schimmel aus saugenden Materialien wie etwa Mauerwerk und Verputzen extrahiert werden können. „Wir können mit unserer Methode eigentlich alles extrahieren. Wir wussten daher anfangs nicht einmal, welcher Markt für unser Verfahren der richtige ist“, erinnert sich Gerhard Brandner, der Geschäftsführer.

a Forscherin begutachtet eine Probe
b Preisträger_innen des Kooperationspreises 2018 auf der Bühne

Ohne das Projekt mit dem OFI hätten wir zwar eine gute Idee, aber kein Produkt, das wir ausloben können.

Gerhard Brandner, Geschäftsführer der BMB Gebäudehygiene GmbH

Das war vor vier Jahren. Die BMB Gebäudehygiene GmbH entschied sich damals, auf die Beseitigung von Schimmel und Algen zu setzen. Heute hält das Unternehmen für sein Verfahren ein österreichisches, ein europäisches und bald auch ein US-Patent. Denkmal-, Gebäude- und Fassadenreiniger, Restaurateure und Malerbetriebe in Österreich, in ganz Europa und in den USA sind Lizenznehmer für das Produkt. Haushalte können kleine Gebinde über einen globalen Online-Vertriebspartner erwerben. Die Methode hat eine ganze Branche revolutioniert, denn auf einmal ist die Entfernung von Schimmel einfach und vor allem dauerhaft möglich – ohne dass dabei Bauwerke, Fassaden oder Verputze geschädigt werden. Möglich wurde dies durch die Zusammenarbeit mit dem OFI: Das Wiener Forschungsunternehmen optimierte das Verfahren und erbrachte den notwendigen Nachweis, dass die Methode funktioniert.

Die Beseitigung von Schimmel mit konventionellen Methoden ist in der Regel aufwändig: „Zuerst muss die Ursache der Schimmelbildung – etwa Luftfeuchtigkeit, Wasserschaden, Wärmebrücken usw. – beseitigt werden, dann wird das Mauerwerk saniert. Oft geschieht dies nur sehr oberflächlich, man trägt Verputze oder sogar das gesamte Mauerwerk ab – ohne dass damit das Problem gelöst wird, denn die Lebensadern des Schimmelpilzes bleiben erhalten. Daher kehrt Schimmel wieder zurück“, erklärt OFI-Expertin Gabriele Ettenberger die Leiterin des Projektteams. Nicht so bei dem Verfahren von BMB: „Dort dringt der Stoff tief in die nicht sichtbaren Kapillaren ein. In mehreren Schritten werden die Poren zuerst geöffnet, die Flüssigkeit dringt in alle Verwurzelungen ein und zerstört die Lebensadern des Schimmels.“

Dass diese Methode funktioniert, konnte das OFI durch hochspezialisierte Laboranalysen nachweisen. Das OFI zeigte, dass die Anwendung für Menschen unbedenklich ist und auch die Sporen aus der Luft durch anschließende Begasung dauerhaft entfernt werden.
Das Untersuchungsobjekt war in diesem Fall ein Wasserschaden durch Rohrbruch in einem kleinen Wiener Badezimmer – ideale Bedingungen für einen Schimmelpilz. „Es war wichtig, das geeignete ‚echte‘ Objekt zu haben, wo wir Schimmel und Sporen von der Wand und aus der Luft sammeln und die Entwicklung beobachten konnten“, so Ettenberger.

Das OFI erbrachte den Funktionsnachweis für das BMB-Verfahren und ermöglichte dem Unternehmen damit den Markteintritt. Geschäftsführer Gerhard Brandner: „Es ist die Schlüsselstudie für uns. Ohne die Studie hätten wir zwar eine gute Idee, aber kein Produkt, das wir ausloben können.“

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Polymer als Frostschutz für Straßen

Schnellere Bauzeit, niedrigere Kosten und weniger Belastung für die Umwelt: Die Adinotec GmbH hat eine innovative Frostsicherung für Straßen entwickelt. Zur Marktreife gebracht wurde „Perenium“ gemeinsam mit dem Forschungspartner Smart Minerals GmbH.

Wo im Straßenbau üblicherweise eine Tragschicht zum Beispiel aus Schotter eingesetzt wird, setzt die Innovation von Adinotec auf ein Polymer: Perenium. Dieser Zusatzstoff stabilisiert in Kombination mit Zement die Tragschichten und schützt sie vor Frostschäden. Adinotec bietet Perenium heute in trockener und flüssiger Form an; es gibt Tochterunternehmen in Indien, in Polen und in der Slowakei. Leicht war der Weg dahin nicht: „Es war viel Überzeugungsarbeit“, sagt der Geschäftsführer der Adinotec, Michael Salzmann. „Das geht nur mit einem in der Branche absolut anerkannten Forschungspartner.“

a Baufahrzeug trägt eine Zementschicht für eine Straße auf
b Baufahrzeug trägt eine Zementschicht für eine Straße auf

Anhand der Testergebnisse können wir belegen, dass wir ein hervorragendes Produkt haben, das das Vertrauen unserer Kunden verdient.

Michael Salzmann - Geschäftsführer der Adinotec GmbH

Michael Salzmann kann jetzt bereits daran denken, sein Unternehmen Adinotec zu vergrößern: Innerhalb von nur sechs Monaten ist es dem jungen Wiener Technologieunternehmen mit gerade einmal vier Mitarbeitern gelungen, seine Innovation erfolgreich zur CE-Zertifizierung zu führen. „Anhand der Testergebnisse können wir belegen, dass wir ein hervorragendes Produkt haben, das das Vertrauen unserer Kunden verdient“, sagt Michael Salzmann. Möglich wurde die außergewöhnliche Geschwindigkeit durch die Kooperation mit Smart Minerals, einem Forschungsunternehmen, das zur Vereinigung der österreichischen Zementindustrie (VÖZ) und der TU Wien gehört. „Wir hatten zwei Vorteile“, erläutert Projektleiter und Smart Minerals-Geschäftsführer Stefan Krispel: „Nummer eins: Wir hatten das volle Vertrauen unseres Auftraggebers. Wir haben uns auf das Ziel verständigt, aber der Weg dahin war uns überlassen. Das heißt, wir durften scheitern. Nummer zwei: Wir können mit der im Haus befindlichen Zertifizierungsstelle auch gleich die Zulassung eines Produktes abwickeln.“

Perenium stellt für die Baubranche eine ziemliche Revolution dar, weil auf Schottertragschichten zur Stabilisierung des Unterbaus verzichtet werden kann. Die Verbesserung des Frostschutzes entsteht durch den Zusatz des Polymers. „Perenium erhöht die Frostbeständigkeit ohne die Druckfestigkeit zu erhöhen“, erläutert Stefan Krispel. „Eine höhere Festigkeit könnte zu Reflexionsrissen führen, daher versucht man das zu vermeiden. Dass Perenium in Kombination mit Zement und einer Gesteinskörnung ausreicht, um die Frostbeständigkeit zu verbessern, hat uns selbst überrascht.“

Für die Umwelt scheint Perenium ein Gewinn zu sein: So können die vor Ort vorhandenen Materialien in der gegebenen Gesteinskörnung für die Tragschicht eingesetzt werden. So werden Baustellenfahrten, etwa für Baumaterial, reduziert. Die Bauzeit ist kürzer und damit sinken die Kosten. Michael Salzmann rechnet damit, dass Perenium in Zukunft vor allem bei der Sanierung von Straßen eine zunehmend wichtige Rolle spielen wird.

Dass die Baubranche Innovationen gegenüber skeptisch sei, glauben übrigens weder Salzmann noch Krispel: „Die Baubranche mag konservativ sein, aber sie muss auch Langlebigkeit und Sicherheit garantieren können“, so Stefan Krispel.

Mobile Pelletiermaschine am Feld

Pelletieren direkt am Feld

Der SCM Produktions- und Vertriebs GmbH ist in Kooperation mit der Holzforschung Austria das Kunststück gelungen, alle Prozessschritte des Pelletierens in einer mobilen Maschine zu vereinen.

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Forscherin begutachtet eine Probe

Dauerhafte Schimmelentfernung

Die BMB Gebäudehygiene GmbH entwickelte eine Methode, Schimmel ein für alle Mal zu beseitigen ohne dafür Mauern oder Verputze abtragen oder in Desinfektionsmitteln tränken zu müssen.

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Baufahrzeug trägt eine Zementschicht für eine Straße auf

Frostschutz für Straßen

Die Adinotec GmbH hat eine innovative Frostsicherung für Straßen entwickelt. Zur Marktreife gebracht wurde "Perenium" zusammen mit Smart Minerals GmbH.

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Alle Innovationspreise
der letzten Jahre im Überblick

2019

Klarinettensystem mit Wiener Klang

Das OFI entwickelte zusammen mit MAXTON eine eigene Werkstoffkombination für ein Klarinettenmundstück.

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2019

Kooperationspreis 2019 - Tonbauplatten für ein gutes Raumklima

Die Firma EMOTON GmbH hat in Zusammenarbeit mit der HFA eine völlig neuartige Raumklimaplatte für den Innenausbau entwickelt. Sie kann Schadstoffe aus der Luft absorbieren, Feuchtigkeit regulieren, Feinstaub verringern und Schall dämmen.

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2019

Kooperationspreis 2019 - Neues Verfahren vernichtet Bettwanzen

In einem gemeinsamen Forschungsprojekt mit dem ZFE konnte die Firma Braincon eindeutig nachweisen, dass mit der neuen Technologie nicht nur ausgewachsene Bettwanzen, sondern auch deren Eier und Nymphen wirksam bekämpft werden.

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2018

Kooperationspreis 2018 - Pelletieren direkt am Feld

Der SCM Produktions- und Vertriebs GmbH ist in Kooperation mit der Holzforschung Austria das Kunststück gelungen, alle Prozessschritte des Pelletierens in einer mobilen Maschine zu vereinen.

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2018

Kooperationspreis 2018 - Dauerhafte Schimmelentfernung

Die BMB Gebäudehygiene GmbH entwickelte eine Methode, Schimmel ein für alle Mal zu beseitigen ohne dafür Mauern oder Verputze abtragen oder in Desinfektionsmitteln tränken zu müssen.

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2018

Frostschutz für Straßen

Die Adinotec GmbH hat eine innovative Frostsicherung für Straßen entwickelt. Zur Marktreife gebracht wurde "Perenium" zusammen mit Smart Minerals GmbH.

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