Start-up Preis

Ideen Flügel verleihen.

Der Start-up Preis powered by aws wurde 2017 ins Leben gerufen und zeichnet ein Start-up oder ein innovatives Jungunternehmen für eine Produkt- oder Prozessinnovation aus, die von einem ACR-Institut begleitet wurde. Das Start-up erhält zusätzlich zum Preisgeld einen Gutschein für eine Beratungsleistung durch die Austria Wirtschaftsservice GmbH.

CO2-Kompressor für Kühlanlagen

Die Spezialist*innen der Gastribologie von V-Research und das Start-up fautech entwickelten in einem gemeinsamen Forschungsprojekt einen neuartigen CO2-Kompressor für Kühlanlagen und -geräte. Dafür wurden sie mit dem ACR Start-up Preis powered by aws ausgezeichnet.

Kompakt, leicht, leise und umweltfreundlich: V-Research und das Vorarlberger Start-up fautech entwickelten einen neuartigen Kompressor für Kühlanlagen und Wärmepumpen, der mit CO2 als Kältemittel funktioniert – ein transkritischer CO2-Kompressor. Der neue Kompressor soll anders als üblich nach dem Rotationskolbenprinzip funktionieren und außerdem kostengünstiger sein als das, was jetzt am Markt ist. Denn es sind in erster Linie die Kosten, die einem verbreiteten Einsatz von Kohlenstoffdioxid als Kältemittel in transkritischen Kompressoren im Weg stehen.

a Forscher steht vor dem Tribometer, in dem Reibungs-Und Verschleißverhalten von Werkstücken analysiert werden
b In diesem Bild sieht man durch das Schauglas die tribologischen Proben in der Druckkammer

Das CO2 ist physikalisch herausfordernd, wenn die Innovation aber gelingt, kann Kohlenstoffdioxid als umweltfreundliche Alternative breit eingesetzt werden.

Florian Ausserer, fautech

Gesucht wird daher neben der optimalen Bauweise des Verdichters auch die optimale Materialpaarung von Kolben und Kolbengehäuse. Alle Komponenten müssen besonders hohe Drücke aushalten, Reibungsverluste und Verschleiß sollten so gering wie nur irgend möglich sein. Die Herausforderung dabei: Ein Rotationskolbenverdichter hat eine größere Dichtungsfläche als ein Hubkolbenverdichter, außerdem will fautech auf Schmiermittel verzichten, da diese die Energieeffizienz vermindern würden. Um das Optimum zu finden, hat V-Research einen digitalen Zwilling des Rotationskolbenverdichters errechnet. In das mathematische Modell, mit dem sich zahllose Varianten virtuell durchspielen lassen, fließen unzählige Parameter ein. Ein digitaler Zwilling setzt physikalische Experimente, genaueste Modellierung und viel Expertise voraus, ist aber letztlich eine der schnelleren und günstigeren Innovationsmethoden.

Anders als bei herkömmlichen Kältemitteln spielt bei Kohlenstoffdioxid die Thermodynamik eine besondere Rolle: „CO2 ist als Kältemittel eine physikalische Herausforderung“, sagt Eugen Rigger, gemeinsam mit Joel Voyer Projektleiter bei V-Research. Der transkritische Bereich, wenn also der kritische Punkt des Gleichgewichts von flüssigem, gasförmigem und festem Zustand überschritten ist,  ist bei CO2 durch sehr hohe Drücke gekennzeichnet. Der transkritische Bereich beginnt bei Kohlenstoffdioxid bereits bei 31 Grad Celsius aber erst bei 74 bar.  Will man CO2 als Kältemittel in einem transkritischen Verdichter einsetzen, ist der Druck entsprechend groß, nämlich 125 bar und mehr.

Aus ökologischer Sicht sind mit dem Kältemittel Kohlenstoffdioxid viele Vorteile verbunden: Würde man standardmäßig sogenannte transkritische CO2-Verdichter in den Kühlanlagen und -geräten in der Industrie, im Gewerbe und in Wohngebäuden einsetzen, wären damit zwei Probleme zugleich gelöst. Das natürliche und ungiftige CO2 würde die üblicherweise verwendeten umweltschädlichen fluorierten Gase ersetzen, und man könnte die Abwärme der Anlagen stark erhöhen, sodass die Wärmeausbeute noch größer wäre. CO2 hat nämlich bessere Wärmeübertragungseigenschaften als andere Gase.  Supermärkte zum Beispiel könnten ihre Kühlmöbel umweltfreundlich kühlen und Büro- und Verkaufsräume beheizen. Transkritische CO2-Verdichter haben zudem anders als Kompressoren für fluorierte Gase ein geringeres Volumen, ein geringeres Gewicht und einen geringeren Materialeinsatz. Das verbessert die Umweltbilanz dieser Kompressoren noch weiter, besonders dann, wenn die kompakten Anlagen mobil eingesetzt werden, etwa in Kühltransportern. Rotationskolbenverdichter, wie fautech sie bauen will, sind noch einmal kompakter und leichter.  „Im Bereich der Kältetechnik wäre dies eine echte Revolution“, so Florian Ausserer, Gründer von fautech.

Alle Start up-Preise
der letzten Jahre im Überblick

2019

VR-Brille für CT-Scans

Erstmals können große CT-Datensätze von gescannten Bauteilen in einer virtuellen 3D-Welt in Echtzeit betrachtet werden.

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2018

Start up-Preis 2018 – E-Scooter fürs Handgepäck

Das Start-up hat mit Unterstützung von V-Research einen Scooter entwickelt, der nur fünf Kilogramm wiegt und so beweglich ist, dass er sich leicht tragen und ins Handgepäck falten lässt.

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2017

Start up-Preis 2017 - Das Himmelslicht aus der Tasche

Mit Unterstützung des ACR-Instituts OFI hat das Wiener Start-up Pocket Sky einen Lichtbogen entwickelt, der dezent auf der Stirn getragen werden kann und leicht verstaubar ist.

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