Woman Award

Leistung sichtbar machen.

Der Woman Award wird seit 2010 an eine Forscherin aus dem ACR-Netzwerk im naturwissenschaftlich-technischen Bereich verliehen und macht ihre individuelle Leistung sichtbar. Die Auszeichnung schafft zudem Bewusstsein für weibliche Karrierewege in der Forschung und motiviert im besten Fall junge Frauen und Mädchen dazu, eine Karriere in Naturwissenschaft und Technik zu beginnen.

„Ausprobieren, dann sieht man, dass es möglich ist“

Die Wirtschaftsingenieurin Rebekka Köll forscht bei AEE Intec an innovativen Energiespeichermethoden für Solarenergie.

Rebekka Köll kam 2014 als Praktikantin zur AEE INTEC, ein Forschungsinstitut aus Gleisdorf bei Graz, das auf nachhaltige Technologien, insbesondere Energiesysteme, spezialisiert ist. Das Thema Energiespeicherung aus erneuerbaren Energiequellen hat die junge Frau immer schon beschäftigt. „Speicherung ist ein Thema, das für die Zukunft von großer Bedeutung ist, wenn wir tatsächlich einen hohen Anteil an erneuerbaren Energien nutzen wollen“, sagt sie.

Für ihre Leistungen in zwei internationalen Forschungsprojekten, COMTES und SCORES, bei denen es um die Verbesserung von Langzeitwärmespeichern für Solarenergie geht wurde sie mit dem ACR Woman Award 2018 ausgezeichnet.

a Portraitfoto Rebekka Köll
b Rebekka Köll sitzt auf einem Speichertank

Speicherung ist ein Thema, das für die Zukunft von großer Bedeutung ist, wenn wir tatsächlich einen hohen Anteil an erneuerbaren Energien nutzen wollen.

Rebekka Köll

Köll arbeitet in der Forschungsgruppe „Thermische Energiespeicherung“; dort ist sie die einzige Frau. „Frauen trauen sich technische Berufe oft nicht zu, auch wenn sie Interesse daran haben“, meint Köll. Sie kennt dieses Phänomen von sich selbst: Trotz ausgeprägter technischer Interessen verschlug es sie zuerst an die Handelsakademie. „Mir wurde schnell klar, dass ich das nicht zu meinem Beruf machen möchte“, meint sie rückblickend. „Zugleich traute ich mir aber einen technischen Beruf nicht wirklich zu.“

Rebekka Köll gelang es, sich über ihre eigenen Zweifel hinwegzusetzen und absolvierte auch die anspruchsvolle Mathematik und Physik am Joanneum in Kapfenberg erfolgreich. Dort studierte sie Energie- und Verkehrsmanagement, und dort formierte sich auch ihr Wunsch, im Bereich erneuerbare Energien zu forschen. Durch ein Praktikum bei AEE INTEC schließlich fand sie so etwas wie ihre Berufung: „Man muss sich in Ungewisse trauen. Der wichtige Schritt ist ausprobieren, dann sieht man, dass es möglich ist“, erklärt sie.

Rebekka Köll hat inzwischen ihre Masterarbeit erfolgreich abgeschlossen und leitet institutsintern das EU-Projekt „SCORES“. Wie in COMTES geht es bei diesem Nachfolgeprojekt um die Speicherung von Überschuss an Solarenergie für die Wintermonate. Die Speicherung erfolgt dabei nicht durch das Erwärmen von Wasser, sondern durch eine thermochemische Reaktion. „Wir konnten bereits im Vorgängerprojekt COMTES experimentell nachweisen, dass die Methode eine wesentlich höhere Energiedichte als Wasser aufweist und sich als Langzeitspeicher eignet“, berichtet Köll. Im aktuellen Projekt geht es darum, die Energiespeicherdichte nochmals deutlich zu erhöhen. Im neuen Projekt wird die Energiespeicherung durch Redoxreaktion erforscht, also durch das kontrollierte Abbrennen von Metallen.

Für ihre Arbeit wünscht sich Köll ein ausgewogenes Verhältnis von wissenschaftlichen und organisatorischen Tätigkeiten. „Im Moment hält sich das noch gut die Waage“, meint sie. Ein potenziell stressender Faktor bei ihrer Arbeit sei jedenfalls die Zeit: „In der Forschung entstehen Lösungen erst Schritt für Schritt – das passt manchmal nicht so gut mit Deadlines zusammen.“

Alle Woman Awards
der letzten Jahre im Überblick

2018

Woman Award 2018 - Rebekka Köll

Die Wirtschaftsingenieurin Rebekka Köll forscht bei AEE Intec an innovativen Energiespeichermethoden für Solarenergie.

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2017

Woman Award 2017 - Evelin Fisslthaler

Die Physikerin Evelin Fisslthaler ist seit 2009 am ZFE tätig und Spezialistin für Nanoanalytik. Für das Projekt „Quantitative Analyse innerer Grenzflächen“ erhielt sie 2017 den ACR Woman Award.

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