Woman Award

Leistung sichtbar machen.

Der Woman Award wird seit 2010 an eine Forscherin aus dem ACR-Netzwerk im naturwissenschaftlich-technischen Bereich verliehen und macht ihre individuelle Leistung sichtbar. Die Auszeichnung schafft zudem Bewusstsein für weibliche Karrierewege in der Forschung und motiviert im besten Fall junge Frauen und Mädchen dazu, eine Karriere in Naturwissenschaft und Technik zu beginnen.

Neue Maßstäbe im Gebäudeenergiemanagement

Dagmar Jähnig vom ACR-Institut AEE – Institut für Nachhaltige Technologien ist die Preisträgerin des ACR Woman Award 2023. Das Projekt „Arrowhead Tools“ setzt neue Maßstäbe im Gebäudeenergiemanagement.

a Forscherin inspiziert Kabelverbindungen
b Dagmar Jähnig sitzend hinter dem Schreibtisch

Es bleibt nicht mehr viel Zeit, um angestrebte Klimaziele zu erreichen und damit steht gerade auch der energieintensive Gebäudesektor massiv unter Zugzwang. Innovative und anwendungsorientierte Konzepte zur nachhaltigen und damit zukunftsfähigen Ausrichtung der gesamten Branche sind gefragter denn je. Gut also, dass es Wissenschaftler*innen wie Dagmar Jähnig gibt, die sich seit vielen Jahren intensiv mit dem Thema beschäftigen und tagtäglich an praxistauglichen Lösungen arbeiten.

Dagmar Jähnig ist Principal Scientist am ACR-Institut AEE – Institut für Nachhaltige Technologien und forscht unter anderem an solarthermischen Systemen, Energiespeichermethoden und digitalen Gebäudezwillingen. Die Energietechnikerin blickt auf eine 20-jährige Berufserfahrung zurück, die von reger Publikationstätigkeit und zahlreichen Projektleitungen auf nationaler, europäischer und globaler Ebene geprägt war. Jähnig gilt als Pionierin im Bereich innovativer Gebäudetechnikkomponenten und Solartechnologien und genießt angesichts ihrer Expertise internationale Anerkennung.

„Ein digitaler Zwilling bietet die große Chance, den Energieverbrauch eines Gebäudes signifikant zu senken.“

Dagmar Jähnig

Mit „Arrowhead Tools“ leitete die Wissenschaftlerin zuletzt ein Projekt, das auf die Entwicklung von Managementsystemen für hochenergieeffiziente Gebäude abzielt. Lange Zeit waren Optimierungsmöglichkeiten in der Bauwerksausführung äußerst begrenzt, da die tatsächlichen Energieströme nur unzureichend erfasst werden konnten. Das soll sich nun ändern. Denn gemeinsam mit ihrem Team hat Dagmar Jähnig eine Softwarelösung entwickelt, die eine Echtzeit-Anpassung der Gebäudesimulation an das Bauwerk über einen sogenannten digitalen Zwilling ermöglicht. Die Methodik basiert auf der Kombination von Echtzeitdaten, Simulationstechniken sowie intelligenten Regelungsstrategien und wurde in realen Demonstrationsgebäuden bereits erfolgreich auf ihre Praxistauglichkeit getestet.

„Ein digitaler Zwilling bietet die große Chance, den Energieverbrauch eines Gebäudes signifikant zu senken. Durch ein detailliertes Echtzeit-Simulationsmodell des Bauwerks und seiner Anlagentechnik stehen der Regelung wesentlich mehr Informationen zur Verfügung, mit deren Hilfe der Betrieb von Heizung, Lüftung und Klimatisierung optimiert werden kann. So wird es möglich, wesentlich genauer auf die aktuellen Wetterverhältnisse sowie die tatsächliche Nutzung des Gebäudes einzugehen.“, fasst Dagmar Jähnig die wesentlichen Vorteile des digitalen Zwillings zusammen.

Auf Grundlage der innovativen Softwarelösung kann somit die Qualität im Planungsprozess gebäudetechnischer Anlagen signifikant erhöht werden. Gleichzeitig ermöglicht es die fortschrittliche Methodik, den Energieverbrauch für bestehende Bauwerke maßgeblich zu senken. Anwender*innen profitieren zudem von einem besseren Nutzungskomfort. Für Dagmar Jähnig bedeutete das Projekt eine willkommene Möglichkeit, um ein tieferes Verständnis für komplexe Zusammenhänge in der Bauwerksausführung zu gewinnen und sich mit internationalen Fachexpert*innen zu vernetzen. Gleichzeitig wurde der erfahrenen Energietechnikerin im Rahmen der Forschungsarbeiten eine entsprechende Plattform zur Stärkung ihrer wissenschaftlichen Reputation geboten. Da verwundert es kaum, dass weiterführende Projekte bereits auf Schiene sind, in denen die Preisträgerin des ACR Woman Award 2023 ihre erfolgreiche Forschungstätigkeit fortsetzen und damit weiterhin entscheidend zu einer nachhaltigen Zukunft beitragen kann.

Woman Awards
der letzten Jahre im Überblick

2022

OFI - Plastik zurück in den Kreislauf

Elisa Mayrhofer vom ACR-Institut OFI ist die Preisträgerin des ACR Woman Award 2022. Mit dem Projekt „PolyCycle“ ebnet die Mikrobiologin den Weg, um recycelte Kunststoffe als Verpackung für Lebensmittel einsetzen zu können.

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2021

VÖZ - Qualität im Fokus

Die diesjährige Preisträgerin ist Cornelia Bauer von der Vereinigung der Österreichischen Zementindustrie. Die Chemieingenieurin ist spezialisiert auf Zementchemie, ihr Forschungsfokus ist die Qualitätssicherung und die Weiterentwicklung des Zements – er soll bis 2050 klimaneutral werden. Bauer erhält den ACR Woman Award powered by FFG für die Weiterentwicklung von Spritzbeton.

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2019

Auf Tierversuche verzichten

Elisabeth Mertl, OFI, entwickelte In-vitro Testmethoden, damit Hersteller von Medizinprodukten für ihre Zulassungsverfahren auf Tierversuche verzichten können.

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