800 Gäste bei der Gießereitechnischen Tagung 2018

Es war beeindruckend, mehr als 800 Teilnehmer und über 60 ausstellende Firmen zur Großen Gießereitechnischen Tagung am 26. und 27. April 2018 in Salzburg begrüßen zu können. Salzburg hat sich bereits 2012 durch die geografische Lage und das professionelle Umfeld im Kongresszentrum als idealer Standort für die deutschsprachige Gemeinschaftstagung der deutschen, schweizerischen und österreichischen Gießereiverbände herauskristallisiert. Aber auch die vielen positiven Rückmeldungen haben es leicht gemacht, Salzburg auch 2018 wieder als Tagungsort zu wählen.

Sowohl in den Begrüßungsworten von Peter Maiwald, Vorstandsvorsitzender des ÖGI und Obmann der Berufsgruppe der Österreichischen Gießereiindustrie, als auch bei den Schlussworten von Erwin Flender, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Gießerei-Industrie, kam zum Ausdruck, wie sich die vielfach unterschätzte und oft als „old economy“ empfundene Gießerei-Branche bereits gewandelt hat, aber sich auch den neuen Herausforderungen wie der Digitalisierung stellen muss, um auch künftig erfolgreich zu sein.    

In den eineinhalb Tagen wurde ein breites und interessantes Fachprogramm geboten. In parallelen Fachvortragsreihen zu den Themengebieten Eisen- und Nichteisenguss sowie Fertigungstechnik wurde von renommierten Experten und namhaften Vortragenden aus Wissenschaft und Praxis über neueste Forschungsergebnisse aus den Bereichen Metallurgie, Gießtechnologie und Simulation berichtet, aber auch Ausblicke in künftige Entwicklungen und Anforderungen an Gießer und Gussprodukte gegeben. Dazu zählten auch Zukunftsthemen wie Additive Manufacturing, Digitalisierung und E-Mobilität.    
Vielbeachtet und von besonderem Interesse waren am ersten Tag die Plenarvorträge von Dr. Klaus Lellig, Nemak Europe GmbH, sowie Josef Edbauer, Georg Fischer Casting Solutions AG. Beide Vortragende haben in interessanter und eindrucksvoller Weise aufgezeigt, welche Herausforderungen und Chancen sich für die Gießereiindustrie durch den Wandel in der Automobilindustrie ergeben.

Als Highlight kann der Vortrag von KTM-Eigentümer Stefan Pierer bezeichnet werden, der am zweiten Tag in beeindruckender und anschaulicher Weise den Aufstieg von KTM zur Weltmarke vorgeführt hat. Bei der Übernahme von KTM im Jahre 1992 wurden 6.000 Motorräder gebaut, heute ist KTM mit knapp 240.000 gebauten Einheiten weltweit viertgrößter Produzent. Eine klare Markenstrategie, internationale Vernetzung und Innovationen (rd. 8 % des Umsatzes werden in F&E investiert) sowie Rennerfolge im Off-Road-Bereich als auch in der MotoGP sind wesentliche Faktoren für den Erfolg.
Zudem wurde im Rahmen der Tagung der Innovationspreis der Deutschen Gießerei-Industrie verliehen. An dieser Stelle herzliche Glückwünsche an den Preisträger Dr. Hubert Koch, der diesen Preis durch seine herausragenden Arbeiten auf dem Gebiet der Aluminiumlegierungen mehr als verdient hat.

Die über 60 ausstellenden Firmen wurden zentral in den Tagungsablauf integriert und damit wurde ein ideales Umfeld für möglichst viele Kontakte geschaffen. Den Teilnehmern wurde dadurch die Möglichkeit geboten, sich über neue Entwicklungen bei der Zulieferindustrie zu informieren. Dies stellte eine wesentliche Bereicherung und einen Mehrwert der Tagung dar.

Der traditionelle  „Gießerabend“ im Terminal 2 am Salzburger Flughafen war sicher in gesellschaftlicher Hinsicht ein Höhepunkt und ließ in keiner Hinsicht Wünsche offen. Ein idealer Rahmen, um bei hervorragendem Essen in geselliger und lockerer Atmosphäre Fachgespräche zu führen, Kontakte zu knüpfen und langjährige Beziehungen zu pflegen. Aufgewertet wurde der Abend durch die Teilnahme des frisch gewählten Landeshauptmannes von Salzburg, Dr. Wilfried Haslauer der Grußworte an die Teilnehmer richtete und die Vorzüge des Landes und der Stadt Salzburg näher brachte.   
Die Veranstalter bedanken sich bei den zahlreichen Teilnehmern und Ausstellern der Tagung, insbesondere bei den Vortragenden, die zum guten Gelingen der Tagung beigetragen haben. 

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