Die ACR war auf Studienreise in Dänemark Teil 1

Fleisch und Forschung

Das Fleischforschungsinstitut, das im DTI, dem dänischen Institut für Technologie, angesiedelt ist, berät Schweinebauern in ganz Skandinavien hinsichtlich Automatisations-, Kapazitäts- und Qualitätsoptimierung. Die ACR hat das Institut während ihrer Studienreise besucht.

In Österreich gibt es laut dem Verband Österreichischer Schweinebauern 2,8 Mio. Schweine. Dänemark hat 5,6 Mio. Einwohner, aber 30 Mio. Schweine. Die Schweinezucht ist ein wesentlicher Faktor in der dänischen Exportwirtschaft. Das dänische Meat Research Institute kümmert sich auf innovative Weise darum, dass sowohl die Qualität des Fleisches als auch die Gewinnmargen der Mast- und Zuchtbetriebe stimmen, wie ein Augenschein vor Ort in dem Institut außerhalb von Kopenhagen zeigte.

Das Fleischforschungsinstitut, das im DTI, dem dänischen Institut für Technologie, angesiedelt ist, berät Schweinebauern in ganz Skandinavien hinsichtlich Automatisations-, Kapazitäts- und Qualitätsoptimierung. Forscher können dort unter Vorzeigebedingungen arbeiten. So besteht etwa die Möglichkeit, Keime unter realistischen Industriebedingungen zu testen. "Wie schnell verbreiten sich Salmonellen, wenn kontaminiertes Fleisch auf eine Maschine gelangt?", erläuterte Anette Granly Koch von der Abteilung Hygiene und Veredelung eine der untersuchten Fragestellungen.

"So ein Technikum würden wir auch in Österreich brauchen", zeigte sich Christine Grabler von der Lebensmittelversuchsanstalt (LVA) begeistert. "Eine Pilotanlage für die Produktion unter Industriebedingungen und die Möglichkeit, diese Produktionsanlage auch experimentell kontaminieren zu können, fehlt der Lebensmittelforschung. Schließlich sind solche Kontaminationsversuche nur unter kontrollierten Bedingungen möglich, also in einer geschlossenen Anlage mit entsprechenden Vorrichtungen zur Desinfektion", so die Forscherin.

Geforscht wird unter anderem an Augmented Reality, welche beim raschen und effizienten Zerteilen von Fleischstücken zum Tragen kommen soll, und der Nachverfolgung von Fleischteilen durch Fotografien, welche die Oberflächentextur erfassen und in einen Zahlencode umwandeln. Auch werden im Labor Roboter für die Fleischindustrie sowie neue Maschinen, die in EU-Projekten entwickelt wurden, getestet. Entwickelt werden weiters funktionale Lebensmittel, so etwa Fleischaufstriche mit besonders viel Nährstoffgehalt etwa für ältere Personen.

Mehr zum Thema im Artikel "Pro-SAU" & Co: Im Mittelpunkt steht das Schwein", Sylvia Maier-Kubala, APA Science, 25.6.2015

Die ACR Studienreise fand am 22. und 23. Juni 2015 statt.

Teil 2: Feuer und Forschung

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