Nachhaltiger Lebensmittelkreislauf

Der europäische Land- und Forstwirtschafts- sowie der Lebensmittelsektor stehen vor großen Herausforderungen. Um diesen zu begegnen braucht es Qualifikationen in den Bereichen Bioökonomie, Nachhaltigkeit und Digitalisierung. Das EU-Projekt FIELDS, an dem das ACR-Institut LVA beteiligt ist, hat es sich zum Ziel gesetzt, eine nachhaltige, europäische Strategie für Qualifikationsmaßnahmen zu entwicklen, um den gesamten Sektor auch langfristig wettbewerbsfähig und nachhaltig ausrichten zu können.

FIELDS = Addressing the current and Future skIll needs for sustainabilty, digitalization, and the bio-Economy in AgricuLture: European skills agenDa and Strategy

Der Land- und Forstwirtschafts- sowie der Lebensmittelsektor gelten naturgemäß als sehr traditionsbehaftet. Dennoch sind diese in der heutigen Zeit vor große Herausforderungen, wie die  Globalisierung der Märkte, die steigende Konkurrenz und die wirtschaftliche Unsicherheit, gestellt. Verstärkend dazu wirkt die gleichzeitig ansteigende Nachfrage an Nahrungs- und Futtermittel, während der Klimawandel noch weitere Unsicherheiten mit sich bringt. Die Wandlung vom herkömmlichen zum nachhaltigen Land-, Forstwirtschafts- oder Lebensmittelbetrieb  ist ein komplexer Prozess, die einen strategischen Ansatz braucht. In diesem muss auch die Rolle der Bauern neu definiert werden: vom reinen Rohstoff- und Nahrungsmittelerzeuger hin zum klugen Manager der Bioressourcen. Für die Entwicklung eines strategischen Ansatzes ist es von größter Wichtigkeit, den bestehenden und entstehenden Bedarf an Qualifikationen in den Bereichen Bioökonomie, Nachhaltigkeit und Digitalisierung zu erkennen. Das ist eine Lösung, um in Europa die Land- und Forstwirtschaft sowie den Lebensmittelsektor auch langfristig wettbewerbsfähig und nachhaltig ausrichten zu können.

Um diesen Herausforderungen zu begegnen, wurde das Projekt FIELDS ins Leben gerufen, an dem insgesamt 30 Partner aus 12 verschiedenen europäischen Ländern mitarbeiten, und welches von der Universität von Turin koordiniert wird. Der Multi-Stakeholder-Ansatz des FIELDS-Projektes beginnt mit der Erhebung des aktuellen und zukünftig notwendigen Qualifikationsbedarfes der Beschäftigten in der Land- und Forstwirtschaft und Lebensmittelindustrie.  Daraus soll eine nachhaltige, europäische Strategie entwickelt werden, die sich mit der Qualifikationslücke befasst. Die daraus entstehenden Ausbildungspläne werden im Rahmen des Projektes evaluiert und letztendlich dann den Schulungseinrichtungen in verschiedenen europäischen Ländern zur Verfügung gestellt.

Aufgrund der unterschiedlichen länderspezifischen Problemstellungen und Möglichkeiten, wird die besagte EU Strategie für 7 verschiedene Länder erstellt und angepasst. Es sollen konkrete und praktische Initiativen entworfen werden. Diese sollen sowohl auf EU-, als auch auf landesspezifischen Rechtsrahmenbedingungen aufgebaut sein und in Form von hauptsächlich dezentralem, modularem Training stattfinden.

Ziel von FIELDS ist es also, auf zukünftige Erfordernisse in der Land- und Forstwirtschaft sowie Lebensmittelindustrie schon in der Ausbildung unserer Fachkräfte einzugehen, um einen gesicherten, nachhaltigen, ökologischen und sozialverträglichen Landwirtschafts- und Lebensmittelsektor aufrecht erhalten zu können.

Das Projekt FIELDS läuft im Erasmus+ Programm und wird von der Europäischen Union kofinanziert. Die Laufzeit ist von 1. Jänner 2020 bis 31. Dezember 2023. Aus Österreich sind neben der Lebensmittelversuchanstalt auch Agrarplus und die HBLFA Francisco Josephinum - BLT Wieselburg involviert. Die Lebensmittelversuchsanstalt zeichnet im Projekt für die Konzepterstellung zur Veröffentlichung der Ergebnisse verantwortlich.

https://www.lva.at/lebensmittelversuchsanstalt.html

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