Nationalratswahl 2019: Fragen an die Parteien

Als Forschungsnetzwerk privater, gemeinnütziger Forschungsinstitute, ist uns die Stärkung der außeruniversitären, angewandten Forschung in Österreich besonders wichtig. Denn es ist gerade die praxisnahe Forschung, der es in enger Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Wirtschaft gelingt, Innovationen auf den Markt zu bringen und so den im Vergleich zum F&E-Input zu geringen Innovationsoutput zu erhöhen. Im Vorfeld der Nationalratswahl stellen wir daher den wahlwerbenden Parteien fünf Fragen, um ihre Ideen, Schwerpunkte und Maßnahmen für die außeruniversitäre, angewandte Forschung im Falle einer Regierungsbeteiligung zu erfahren; die Antworten werden noch vor den Wahlen an dieser Stelle veröffentlicht.

Fragen zur ACR

1. Die ACR-Institute unterstützen österreichische KMU als ausgelagerte Entwicklungsabteilungen dabei, deren Ideen für Innovationen umzusetzen. Gleichzeitig erbringen sie viele nichtbezahlte gemeinnützige Leistungen für KMU (Technologietransfer, Normungsarbeit, Beratung, Fortbildung etc.).

Wie sieht Ihre Partei die Bedeutung von außeruniversitären Forschungsnetzwerken für Innovationen durch KMU im Allgemeinen und der ACR im Speziellen für den Wirtschaftsstandort Österreich?

Fragen zum Innovationssystem

2. Österreich liegt im Europäischen Innovationsranking (European Innovation Scoreboard) auf Platz 9 und somit noch nicht in der Kategorie eines Innovation Leaders, obwohl die F&E-Ausgaben die zweithöchsten hinter Schweden sind.

Wo sieht Ihre Partei die wichtigsten Handlungsbereiche, um Österreich in diesem Ranking nach oben zu bringen – vor allem auch im Hinblick auf die Erarbeitung der neuen FTI-Strategie des Bundes?

3. Die Relation zwischen finanziellem Input in das Innovationssystem und Output an verwertbaren Innovationen ist in Österreich besonders groß.  

Welche konkreten Vorschläge bzw. Maßnahmen plant Ihre Partei, um den Innovationsoutput zu erhöhen?

Fragen zur angewandten Forschung

4. Von der Politik wird immer wieder betont, dass die KMU das „Rückgrat“ der österreichischen Wirtschaft bilden. Doch gerade kleine und mittlere Unternehmen brauchen vor allem anwendungsorientierte Forschung, einen leichten Zugang zu Förderungen und niederschwellige, themenoffene Angebote, um Innovationen umzusetzen. Diese Angebote finden sie – speziell vor dem Hintergrund, dass KMU nur in Ausnahmefällen eigene Forschungsabteilungen finanzieren können – vor allem im außeruniversitären Bereich.

Wie steht Ihre Partei zur themenoffenen bottom-up Förderung (im Gegensatz zur top-down Förderung mit thematischen Schwerpunktsetzungen)? Welche Maßnahmen planen Sie, um die anwendungsorientierte kooperative Forschung zu stärken und den Zugang für KMU zu entsprechenden Förderungen zu erleichtern?

5. Derzeit gibt es einen starken Fokus auf die Grundlagenforschung. Die letzte Regierung hat, neben der deutlichen Erhöhung des Budgets 2019-2021 für die Universitäten, auch eine Exzellenzinitiative geplant. Für die angewandte Forschung sind derzeit keine mehrjährigen steigenden Budgets vorgesehen, wie unter anderem Wirtschaftskammer und Industriel-lenvereinigung in ihren Innovationsstrategien anregen.

Welche Maßnahmen wird Ihre Partei ergreifen, um sicherzustellen, dass die angewandte Forschung vor allem für KMU gegenüber der Grundlagenforschung nicht ins Hintertreffen gerät? Wird es parallel zur Exzellenzinitiative auch eine Innovations- bzw. Technologieoffensive geben?