ACR-Studie

Die Fähigkeit zur Innovation macht Unternehmen zukunftsfit.

Immer mehr kleine Unternehmen sind innovativ, ihre Innovationen basieren dabei aber nicht immer auf Forschung und Entwicklung. Digitalisierung spielt eine immer wichtigere Rolle, ist aber meist nicht Hauptbestandteil der Innovation. Die größten Hemmnisse sind fehlende Qualifikation bzw. Ressourcen und eine fehlende Innovationskultur im Unternehmen. Die Studie „Innovation und Digitalisierung für die Zukunftsfähigkeit von KMU“ des mittelständischen Forschungsnetzwerks ACR – Austrian Cooperative Research gibt einen Überblick über die Innovationsleistung und das Innovationsverhalten von KMU.

Großaufnahme von Puzzleteilen

„Innovation hat die Kraft, unser Leben zu verändern. Sie schafft und sichert Arbeitsplätze und hilft, die großen Herausforderungen der Menschheit zu lösen. Nicht nur große Unternehmen sind Motoren für Innovation, sondern auch besonders unsere vielen KMU.“

Bundesministerin Margarete Schramböck.

Die österreichische Unternehmenslandschaft zeichnet sich durch eine hohe Dichte an Innovationen aus. Gerade kleine und mittlere Unternehmen (KMU) haben ihre Innovationsaktivitäten in den letzten Jahren messbar erhöhen können. Doch nicht immer erfolgen Innovationen auf Basis von Forschung und Entwicklung (F&E). Auch Unternehmen, häufig KMU, die selbst keine F&E-Aktivitäten aufweisen, können erfolgreich innovieren. „Innovation hat die Kraft, unser Leben zu verändern. Sie schafft und sichert Arbeitsplätze und hilft, die großen Herausforderungen der Menschheit zu lösen. Nicht nur große Unternehmen sind Motoren für Innovation, sondern auch besonders unsere vielen KMU. Vor allem ihre Innovationsfähigkeit ist ein zentraler Schlüsselfaktor für einen resilienten Wirtschaftsstandort“, sagt Bundesministerin Margarete Schramböck. „Gerade in Krisenzeiten ist es für Unternehmen wichtig, in ihre eigene Zukunftsfähigkeit zu investieren und sich anzupassen. Dies erfordert Lernfähigkeit, Wissen und Innovation“, ergänzt Iris Filzwieser, ACR-Präsidentin und Unternehmerin und verweist auf die Erkenntnisse der Studie, die das Forschungsnetzwerk ACR – Austrian Cooperative Research in Auftrag gegeben hat, um einen Überblick über die Innovationsleistung und das Innovationsverhalten von KMU zu erhalten.

Spezifische Problemlösungen

KMU mit technologischen Innovationsaktivitäten ohne systematische, interne F&E sowie KMU mit nicht-technologischen Innovationen stellen die größten Gruppen innovativer KMU dar. Innovationen basieren dabei häufig auf informellen Lern- und Erkenntnisprozessen, auf anwendungsnahem Erfahrungswissen, und entstehen aus dem normalen Produktionsprozess heraus sowie in Interaktion mit Kunden und Zulieferern. Es handelt sich meist um schrittweise Optimierungen und sehr spezifische Problemlösungen. „Erfreulich ist, dass der Anteil der kleinen Unternehmen (10 bis 49 Beschäftigte) mit Innovationsaktivitäten kontinuierlich angestiegen ist, von 49% im Jahr 2012 auf 58% im Jahr 2018“, sagt Studienautor Thomas Oberholzner von der KMU Forschung Austria, „sie betreiben für ihre Innovationen jedoch weniger Forschung und Entwicklung und kooperieren seltener mit Forschungseinrichtungen als größere Unternehmen“.

Digitalisierung als Innovationsmotor

Die überwiegende Mehrheit aller Innovationen in KMU weist eine digitale Komponente auf, 75% bei Produktinnovationen und 94% bei Marketing & Vertriebsinnovationen. Allerdings ist die Digitalisierung bzw. die digitale Technologie meist nicht der Hauptaspekt oder -bestandteil der Innovation, sondern ist sehr häufig mit anderen Technologien oder Methoden verschränkt oder unterstützt diese. Die Digitalisierung steht also meist in Verbindung mit anderen Innovationsinhalten und muss jedenfalls einen konkreten wirtschaftlichen Nutzen haben. 84% der Klein- und Mittelunternehmen sind strategische Digitalisierer, diese zielen mit ihren Digitalisierungsmaßnahmen auf einen konkreten strategischen Wettbewerbsvorteil ab, wie z. B. auf die Steigerung der Kosteneffizienz oder den Zugang zu neuen Kunden und Märkten. In Zusammenhang mit der Covid-19 Pandemie wird die Relevanz digitaler Innovationen weiter steigen.

Ohne Innovationskultur keine Innovationsleistung

„Will man Innovationen, muss man sie ermöglichen, und zwar mit einem effektiven Innovationsmanagement“, unterstreicht ACR-Präsidentin Iris Filzwieser. Dies umfasst die Planung, Organisation und Steuerung der internen Prozesse für die Entwicklung und Verwertung von Innovationen sowie die Förderung der Kreativität, Motivation und Teamkooperation in Unternehmen.

Um die Innovationsperformance und Digitalisierung von KMU zu forcieren, muss das Fördersystem KMU vor allem bei jenen Innovationsarten unterstützen, bei denen diese Betriebe ihr Potenzial nicht vollständig ausschöpfen, ausreichend Unterstützung in den Bereichen Finanzierung und Qualifizierung bereitgestellt sowie die Zusammenarbeit zwischen KMU und Forschungseinrichtungen bzw. Hochschulen gestärkt werden.

News

Neuigkeiten aus
dem Netzwerk

  • ACR
  • 07/21
Gruppenbild beim Besuch des OFI mit Ministerin Schramböck in der Mitte

Schramböck besucht ACR-Institut OFI

Bundesministerin Margarete Schramböck besuchte das ACR-Institut OFI im Arsenal. Das Projekt Serife 3D soll die Serienfertigung von 3D-gedruckten Bauteilen für Unternehmen erleichtern.

Zum Artikel

  • ACR
  • 06/21
ACR-Geschäftsführerin Sonja Sheihk und ACR-Präsidentin Iris Filzwieser

ACR-Bilanz: Mehr Forschung in der Krise

Das Forschungsnetzwerk ACR erzielte mit 62,2 Millionen Euro etwas weniger Gesamtumsatz als im Vorjahr, konnte jedoch den Anteil für Forschung, Entwicklung und Innovation steigern.

Zum Artikel

  • ACR
  • 06/21
Arbeiter misst ein Werkstück in einer Werkstatt

Tag der KMU: Forschung macht Unternehmen zukunftsfit

Am 27. Juni ist Tag der KMU. Er soll auf deren Bedeutung für die Wirtschaft und Gesellschaft aufmerksam machen. Die ACR forscht speziell für und zusammen mit KMU, um Innovationen zu ermöglichen und konkrete Ideen zum Leben zu erwecken.

Zum Artikel

  • AEE
  • 05/21
Panorama der Stadt Helsinki

AEE INTEC gewinnt Helsinki Energy Challenge

Helsinki hat die HelsinkiEngeryChallenge ausgerufen, um eine der führenden Städte beim Übergang in eine nachhaltige Zukunft zu zu werden. Das ACR-Institut AEE INTEC hat mit internationalen Partnern den ersten Platz erzielt.

Zum Artikel

  • ACR
  • 11/20
Großaufnahme von Puzzleteilen

ACR-Studie zum Innovationsverhalten von KMU

Die ACR-Studie „Innovation und Digitalisierung für die Zukunftsfähigkeit von KMU“ gibt einen Überblick über die Innovationsleistung und das Innovationsverhalten von KMU.

Zum Artikel

  • ACR
  • 06/20
Portraitfoto von ACR-Präsidentin Iris Filzwieser

ACR-Präsidentin Iris Filzwieser

Die Metallurgin und Unternehmerin ist seit Juni 2020 Präsidentin der ACR. Zusammen mit Geschäftsführerin Sonja Sheikh stehen erstmals zwei Frauen an der Spitze des Netzwerks, das sich vor allem auf KMU fokussiert.

Zum Artikel