Jugendliche im Fake News Dilemma

Februar ist Safer Internet Aktionsmonat. In diesem Zeitraum sind insbesondere Schulen und Jugendorganisationen dazu eingeladen, sich mit dem Thema sichere Internetnutzung zu beschäftigen und eigene spannende Projekte umzusetzen. Seit nunmehr 20 Jahren wird die EU-Initiative in Österreich durch das ACR-Institut ÖIAT umgesetzt, das zu diesem Anlass eine Studie über Jugendliche und Falschmeldungen im Internet veröffentlicht hat. Die Studienergebnisse zeigen auf, dass Österreichs Jugendliche beim Umgang mit Informationen im Internet in einem Dilemma stecken: Sie informieren sich zu Alltagsthemen vor allem über soziale Medien, vertrauen den dort bezogenen Informationen jedoch kaum.

a Vier stehen Personen am Podium im Bundeskanzlamt
b Matthias Jax spricht bei der Pressekonferenz

Die Mehrheit der österreichischen Jugendlichen (62 Prozent) verwendet täglich Social Media, um sich über tagesaktuelle Themen zu informieren. Gleichzeitig schätzen 39 Prozent der Befragten die Inhalte auf diesen Plattformen als wenig glaubwürdig ein, für 23 Prozent sind sie sogar unglaubwürdig. Insgesamt sind daher ebenfalls 62 Prozent der Jugendlichen skeptisch.

Ein Vergleich der aktuellen Studienergebnisse mit einer ähnlichen Erhebung aus 2017, „Gerüchte im Netz: Wie bewerten Jugendliche Informationen aus dem Internet“, zeigt, dass Online-Medien und Soziale Netzwerke für Jugendliche nach wie vor die wichtigsten Quellen rund um tagesaktuelle Informationen sind. Gedruckte Tageszeitungen und Magazine spielen nur noch bei 17 Prozent der Jugendlichen eine relevante Rolle, das ist ein Rückgang um 8 Prozentpunkte im Vergleich zu 2017.

„Dies ergibt ein bedenkliches Informationsvakuum, da sich Österreichs Jugendliche laut den Studienergebnissen zunehmend vom Konsum der klassischen Medien verabschieden.“

Matthias Jax, Projektleiter Saferinternet.at

Dilemma: Häufig genutzte Quellen wenig glaubwürdig

Obwohl Soziale Netzwerke die wichtigste Informationsquelle für Jugendliche sind, beurteilen sie diese als wenig glaubwürdig. Nur acht Prozent der Befragten schätzen Soziale Netzwerke als „sehr glaubwürdig“ ein. Das meiste Vertrauen genießt unter den Jugendlichen die Informationsquelle Wikipedia. Auf den weiteren Plätzen im Vertrauensranking folgen die klassischen Medien Radio, Fernsehen, Webseiten der klassischen Medien sowie Tageszeitungen und Magazine. Besonders auffällig: Klassische Medien werden zwar aktuell von Jugendlichen noch als glaubwürdiger beurteilt, aber weitaus weniger genutzt.

Ebenfalls werden „Influencerinnen und Influencer“ von Jugendlichen verstärkt als tägliche News- und Informationsquelle genutzt und von diesen als „moderne Journalisten“ wahrgenommen. Jedoch handelt es sich hierbei meist um junge Menschen, die eigene Online-Kanäle betreiben, aber in der Regel keinen redaktionellen Qualitätskriterien unterliegen. Bereits 63 Prozent der Jugendlichen beziehen sich bei tagesaktuellen Themen auf Beiträge von Influencerinnen und Influencer.

Viel Bauchgefühl, wenig Wissen

Rund die Hälfte der befragten Jugendlichen sind sich häufig unsicher, ob Informationen im Internet wahrhaft sind. Selbst für schulische Zwecke überprüfen jedoch nur 64 Prozent der Jugendlichen die Quellen von Informationen – und nur, wenn ihnen die Information unglaubwürdig erscheint. Das ‚Bauchgefühl‘ spielt somit für die Beurteilung von Informationsquellen eine wichtige Rolle. Wie man Informationen objektiv überprüfen könnte, darüber wissen jedoch nur wenige Jugendliche Bescheid, obwohl das Interesse grundsätzlich vorhanden wäre. Immerhin 54 Prozent der Jugendlichen gaben an, Informationen aus unterschiedlichen Quellen zu vergleichen und 56 Prozent würden sich im Zweifelsfall an ihre Eltern wenden. Am häufigsten geben die Jugendlichen jedoch an, das Thema zu ignorieren.

Was helfen könnte? „Wir laden die österreichischen Medien ein, verstärkt auf Jugendliche zuzugehen und stehen für die Entwicklung gemeinsamer Initiativen zur Verfügung. Gleichzeitig sind der Bildungsbereich und die Eltern gefordert, praktische Medienkompetenz und Quellenbewertung stärker in den Mittelpunkt der Allgemeinbildung und des Familienalltags zu rücken“, so Matthias Jax vom ÖIAT.

Mehr Details zur Studie gibt es hier https://www.saferinternet.at/news-detail/studie-jugendliche-und-falschinformationen-im-internet/

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