ePrivacy and GPDR Cookie Consent by Cookie Consent Aeropore - Lufthygiene in Reisebussen (OFI) - ACR

Aeropore - Lufthygiene in Reisebussen (OFI)

Es musste schnell gehen, und es musste funktionieren: Gemeinsam mit Hehle Reisen, einem Busunternehmen aus Lochau in Vorarlberg und weiteren Forschungspartnern ist es dem OFI während der Monate des Lockdowns gelungen, eine Filtertechnologie für die Innenbelüftung von Bussen so weiterzuentwickeln, dass nicht nur Allergene, Keime und Sporen aus der Raumluft zurückgehalten werden, sondern auch Viren und Bakterien. Für die von den bestehenden Pandemie-Maßnahmen geschüttelte Reisebranche könnte dies der Rettungsanker sein. Ein Lehrstück über Forschungskooperation in Zeiten von Corona.

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Für das Vorarlberger Unternehmen Hehle Reisen brachte der Lockdown aufgrund der Covid-19-Pandemie Mitte März den Totalausfall: Alle Vorarbeiten für Busreisen der bevorstehenden Saison waren abgeschlossen, alle Investitionen getätigt. Nun fand die Saison nicht statt. Der gesamten Reisebranche in Österreich ergeht es ähnlich. Doch die Geschäftsführerin von Hehle Reisen, Elke Bereuter, gab nicht auf. Die Obfrau der Fachgruppe Autobus-, Luftfahrt- und Schifffahrtunternehmungen in der Wirtschaftskammer wandte sich an das OFI. Könnte man es nicht schaffen, eine Filtertechnologie zu entwickeln, die auch Viren zurückhält bzw. aus der Raumluft filtert? Die Projektleiterin des OFI, Gabriele Ettenberger, sah die Chance: „Wir haben adhoc ein Forschungsnetzwerk mit unterschiedlichen Kompetenzen aufgebaut und gemeinsam die Problemstellung genau definiert, um dann aktiv nach Lösungsansätzen zu suchen. Besonders hilfreich war dabei, dass die Problemstellung direkt vor Ort, in einem Bus, diskutiert werden konnte und so der Brückenschlag zwischen Wissenschaft und Anwendung sehr gut gelang.“

Eine anspruchsvolle Forschungskooperation unter Corona-Bedingungen umzusetzen, ist kein leichtes Unterfangen, wie die Forschungspartner feststellen mussten. Das OFI hatte neben Hehle Reisen noch weitere Unternehmen, den Bushersteller Evobus Austria GmbH und den Filterspezialisten Freudenberg Filtration Technologies an Bord geholt.

Das OFI konnte die Entwicklung auf ein erfolgreiches Forschungsprojekt stützen: Bei dem gemeinsam mit dem Zentrum für Elektronenmikroskopie in Graz durchgeführten Projekt „Aeropore“ hatte sich das OFI schon intensiv mit Rückhalte-Medien für biologische Partikel wie Allergene und Sporen auseinandergesetzt.

Ettenberger stellte fest, dass Online-Meetings den direkten Austausch nicht ersetzen können. „Viele Informationen gehen direkt und indirekt verloren“, berichtet sie. Sobald es möglich war, nutzten die Forschungspartner bilaterale Besprechungen, um außerhalb der großen Onlinebesprechungen offene Fragen zu klären.

Vor dem Hintergrund des bestehenden Infektionsrisikos könnte die Entwicklung des OFI der Rettungsanker für die Reisebranche sein. Ettenberger hebt die wichtige Rolle hervor, die Forschungsinstitute für KMU auch abseits der konkreten Forschungsleistung haben: „Wir haben bei einem komplexen, wissenschaftlichen Thema auch als Übersetzer fungiert, das KMU wissenschaftlich begleitet und sind die wichtige Schnittstelle zwischen dem KMU und den anderen Netzwerkpartnern gewesen.“

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