Der Klimawandel lässt kaum einen Bereich unseres Alltags unberührt. Aufgrund steigender Hitzetage ist auch die Parkettbranche zunehmend mit der Fragestellung konfrontiert, wie sich aufkommende Raumkühlungen über den Fußboden auf die Langlebigkeit ihrer Produkte auswirken. Die Veränderungen im Raumklima beeinflussen nämlich die Holzfeuchtigkeit. Um Schäden zu vermeiden, ist eine entsprechende Kühl- und Heizsteuerung unerlässlich. In Zukunft könnten Bodenbeläge proaktiv entsprechend der neuen Anforderungen modifiziert werden.
Wie das gelingen kann, hat die Holzforschung Austria gemeinsam mit führenden österreichischen Parkettherstellern kürzlich im FFG-geförderten Projekt „Parkett_Klima_Wandel“ untersucht. Methodisch machten sich die Forscher*innen dabei bereits bestehende Simulationstools zunutze, die erstmals systematisch miteinander verkettet wurden. Die Grundlage bildeten Außenklimadatensätze der Wiener Innenstadt und der angrenzenden Peripherie für die Gegenwart und das Jahr 2050. Daraus berechneten Projektleiter Johannes Tieben-Köttl und sein Team simulationsbasiert innenklimatische Bedingungen für verschiedene Gebäude- und Wohnungssituationen im Jahresverlauf. Im nächsten Simulationsschritt wurde das Zusammenspiel zwischen Temperatur und Feuchtigkeit in Fußböden unter Annahme verschiedener Oberflächen und Kühlsystemsteuerungen untersucht. Darauf basierend konnten die Forscher*innen schließlich die 3-dimensionale Verformung unterschiedlicher Parkettbeläge simulieren und mittels Laboruntersuchungsergebnissen validieren. Versuchsmaterial steuerten branchenführende Unternehmen wie die Fischer Parkett GmbH bei, die bereits seit Jahren eng mit der HFA zusammenarbeitet.