Wie Forschung wirkt

Im jährlichen Wirkungsmonitoring der KMU Forschung Austria wird der Impact von FFG-geförderten Forschungs- und Entwicklungsprojekten systematisch erfasst. Im Fokus der Befragung stehen die Rolle und Positionierung sowie die Umsetzung und Verwertung der Projektergebnisse in Unternehmen und Forschungseinrichtungen vier Jahre nach Projektabschluss.

Auf Seite der Unternehmen setzt sich auch im Wirkungsmonitoring 2024 der Trend zu größeren Projekten mit mehr Personal fort. Die überwiegende Mehrheit der befragten Betriebe hat bereits vor Projektstart Erfahrung im F&E-Bereich gesammelt. Für 16% der Unternehmen war das umgesetzte Projekt die erste F&E-Aktivität, wobei etwas mehr als die Hälfte davon in Folge zumindest ein weiteres Projekt startete. Vier Jahre nach Projektabschluss konnten rund 60% der Unternehmen ihre technischen Ziele und etwa 30% ihre wirtschaftlichen Ziele vollständig erreichen, was dem langjährigen Trend entspricht. Die hervorgebrachten Innovationen verlagern sich zunehmend von Neuentwicklungen hin zu Produkt-, Dienstleistungs- oder Verfahrensverbesserungen. 37% der Unternehmen konnten durch das Projekt neue Aktivitätsfelder erschließen.

Die abgeschlossenen Projekte wirkten sich überwiegend positiv auf die nationale und internationale Wettbewerbsposition der Unternehmen aus. Rund 46% der Betriebe haben in Folge der Projektverwertung neue Mitarbeiter*innen eingestellt, bei etwa 64% führte die Umsetzung zu zusätzlichen Umsatzerlösen. Etwa ein Drittel der Betriebe investierte während oder als Folge des Projekts in seine F&E-Infrastruktur. Die Anmeldung gewerblicher Schutzrechte hat sich nach Rückgängen in den Vorjahren bei rund 23% der projektbeteiligten Betriebe stabilisiert, wobei Hochtechnologieunternehmen mit 56% und – trotz rückläufiger Tendenz – auch große Unternehmen mit 29% hier klar über dem Durchschnitt liegen.

Erstmals haben mehr als 60% der befragten Betriebe ihre Projektergebnisse wissenschaftlich publiziert, ein deutliches Plus im Vergleich zum Vorjahr gab es hier vor allem bei KMU, Mittel- und Niedrigtechnologieunternehmen und wissensintensiven Dienstleistern. Insgesamt zeigt sich, dass Einzelprojekte eher in wirtschaftlichen Effekten (z.B. Anmeldung von Schutzrechten, Return on Investment) resultieren, während bei Kooperationsprojekten nicht-wirtschaftliche Effekte (z.B. wissenschaftliche Publikationen) stärker zum Tragen kommen.

Glühbirnen in einer Reihe

Forschungseinrichtungen sind zentrale Partner in kooperativen F&E-Projekten. Während bei 41% der Projekte die Initiative von der Forschungseinrichtung ausging, werden Projekte immer öfter auch gemeinsam mit Unternehmenspartnern angestoßen. Häufig lassen sich in Forschungseinrichtungen Projektketten beobachten. So knüpften 73% der Projekte an Vorprojekte an und führten mehrheitlich auch zu zumindest einem Folgeprojekt. Der zuletzt klar gesunkene Anteil rein unternehmensfinanzierter Folgeprojekte unterstreicht die antizyklische Wirkung von öffentlicher Forschungsförderung, da Unternehmen in Krisenzeiten ihre nicht als strategisch zentral angesehene Forschungsfinanzierung reduzieren.

Auch die Projektbeteiligung unterschiedlicher (zivil-)gesellschaftlicher Akteursgruppen geht tendenziell zurück und liegt derzeit bei 67%. In den meisten Projekten (84%) waren zusätzliche Entwicklungsschritte notwendig, um die Projektergebnisse marktfähig zu machen. Häufig initiieren die Projekte akademische Qualifikationsarbeiten und tragen zur Weiterbeschäftigung von wissenschaftlichem Nachwuchs bei, während Personaltransfers in die Wirtschaft selten bleiben. 83% der projektbeteiligten Forschungseinrichtungen publizieren die Projektergebnisse in akademischen Journals oder auf Konferenzen, der Anteil an Schutzrechtsanmeldungen mit Beteiligung von Forschungseinrichtungen ist zuletzt auf 10% angestiegen.

Zu den Hauptwirkungen abgeschlossener Projekte zählen in Forschungseinrichtungen weiterhin die Erweiterung wissenschaftlich-technologischer Expertise, eine gestärkte Position als Kooperationspartner sowie neue anwendungsorientierte Forschungsimpulse. Auch eine erhöhte Sichtbarkeit und Netzwerkbildung werden wiederholt genannt, während direkte wirtschaftliche Effekte wie Ausgründungen oder Lizenzerträge die Ausnahme bleiben.