Rohstoff statt Abfall

Während das Recycling von PET-Flaschen hierzulande Vorzeigecharakter hat, werden andere PET-Fraktionen derzeit kaum stofflich verwertet. Im Projekt „NYE – New Yellow Economy“ arbeiten – unter Beteiligung des OFI – Industrie und Forschung gemeinsam daran, den Kreislauf für bisher wenig genutzte Materialströme zu schließen.

Die Verpackungsindustrie steht unter Zugzwang: Die neue EU-Verpackungsverordnung PPWR (Packaging and Packaging Waste Regulation) geht mit steigenden Anforderungen an die Recyclingfähigkeit und Kreislaufführung von Verpackungen einher. Diese müssen damit in Zukunft nicht nur funktional und optisch ansprechend sein, sondern auch wiederverwertbar. Konkret sieht die Verordnung bis 2030 eine Recyclingfähigkeit von mindestens 70% vor, bis 2038 wird der Anteil auf 80% angehoben.

Vorzeigebeispiel ist das Recycling von PET-Flaschen: Durch vorausschauendes Design, infrastrukturelle Anpassungen und nicht zuletzt das seit 2025 verpflichtende Einwegpfandsystem entstehen daraus bereits heute wertvolle Rezyklate. Bisher kaum stofflich verwertet werden hingegen andere PET-Verpackungen wie Trays und Folien. Wie auch sie in den Kreislauf integriert werden können, soll im FFG Collective-Research-Projekt „NYE – New Yellow Economy“, an dem auch das Österreichische Forschungsinstitut für Chemie und Technik (OFI) sowie das TCKT – Transfercenter für Kunststofftechnik beteiligt sind, untersucht werden. Unter der Leitung des Kunststoff-Clusters Niederösterreich arbeiten Forschung und Industrie gemeinsam daran, bisher wenig genutzte PET-Materialströme verwertbar zu machen und damit einen Kreislauf zu schaffen, der den gesetzlichen Anforderungen gerecht wird.

Bunte Kunststoffteilchen in Phiolen
Sortieranlage für Abfälle

Die zentralen Forschungsfragen: Welche PET-basierten Lebensmittelverpackungen können zukünftig wiederverwendet werden? Wo liegen die Einsatzbereiche für unterschiedliche Rezyklate? Lassen sich verschiedene Verpackungen gemeinsam recyceln? Ein besonderer Fokus liegt dabei auch auf entsprechenden Designmerkmalen. Um Optimierungspotenziale auszuloten, analysieren die Forscher*innen die sich aktuell im Stoffstrom befindlichen Verpackungen und nehmen aus Vorgängerprojekten bereits bekannte Störfaktoren unter die Lupe.

Erklärtes Ziel des interdisziplinären Konsortiums ist es, die Recyclingquote im PET-Bereich deutlich zu erhöhen und Rezyklate in hoher Quantität und Qualität zu gewinnen. Fest steht: Verpackungen spielen eine zentrale Rolle im Kampf gegen den Klimawandel und für eine funktionierende Kreislauwirtschaft – die kommenden Jahre entscheiden darüber, ob sie nach ihrem Gebrauch zu Abfall werden oder zu wertvollen Rohstoffen.