Effizient und nachhaltig sanieren

Die serielle Sanierung birgt großes Potenzial für die nachhaltige Modernisierung des heimischen Gebäudebestands. Um den Weg für eine breite Anwendung zu ebnen, entwickeln die ACR-Institute AEE INTEC, HFA und IBS im Projekt „SeSanData“ einen übertragbaren Systemaufbau für holzbasierte Fassadenelemente, der Rechtssicherheit bietet und damit vor allem für KMU neue Marktchancen eröffnet.

Der Sanierungsbedarf in Österreich ist groß und gerade in der seriellen Sanierung mit vorgefertigten Dach- und Fassadenelementen schlummert noch viel ungenutztes Potenzial. Grund dafür ist, dass es derzeit an einem übertragbaren Systemaufbau fehlt, der ohne Prüfung auf Einzelprojektebene einsetzbar wäre. Genau hier setzt das Projekt „SeSanData“ der ACR-Institute AEE INTEC, HFA und IBS an.

Schließlich gibt es viel, was für die serielle Sanierung spricht, ermöglicht sie doch eine rasche, effiziente und klimawirksame Modernisierung des Gebäudebestands. Schätzungen zufolge könnten österreichweit rund 71.500 Gebäude auf diesem Weg in ihrem Endenergiebedarf optimiert werden. Daraus ergibt sich ein jährliches Einsparungspotenzial von 2,1 Mio. Tonnen CO2, was nicht weniger als 20 % der gebäudebezogenen Emissionen ausmacht. Vielversprechend ist aber nicht nur die energetische Wirkung, die serielle Sanierung punktet auch durch kurze Bauzeiten, geringere Belastungen für die Bewohner*innen und planungssichere Abläufe bei hoher Ausführungsqualität.

Blick auf eine Baustelle

Und doch gilt es auf dem Weg vom Vorzeigeprojekt zur skalierbaren Gesamtlösung noch so manche Hürde zu überwinden. Denn nur ein übertragbares, für unterschiedliche Gebäudetypologien gültiges und rechtlich anerkanntes System kann zeit- und kostenintensive Einzelfallprüfungen obsolet machen. Das interdisziplinäre Team hinter „SeSanData“ geht das ambitionierte Vorhaben daher schrittweise an: Nach der systematischen Analyse des Gebäudebestands sowie bauphysikalischer und brandschutztechnischer Anforderungen entwickeln die Forscher*innen einen prototypischen und mit verschiedenen Materialien und Schichten kompatiblen Modulaufbau, der in Folge auf zentrale Eigenschaften wie Schall- und Wärmedämmung getestet und weiter optimiert wird.

„Mit SeSanData schaffen wir die Voraussetzungen, um aus aufwendigen Pilotprojekten übertragbare, rechtssichere Lösungen für großvolumige Gebäude zu machen und den Markt für heimische Holzbau-KMU zu öffnen.“

Cornelia Ninaus, Projektleiterin bei AEE INTEC
Gebäude im Hintergrund, Baukran mit Fassadenelement im Vordergrund

Neuigkeitswert hat dabei nicht nur das übertragbare Fassadensystem, Projektleiterin Cornelia Ninaus und ihr Team schaffen erstmals eine standardisierte Systematik für die Nachweisführung, um die holzbasierte serielle Sanierung rechtssicher und damit gerade für KMU breitflächig anwendbar zu machen. Durch den flexiblen Modulaufbau können auch bislang kaum eingesetzte Materialkombinationen erschlossen werden, wobei zentrale Projektergebnisse in den Online-Bauteilkatalog „dataholz.eu“ integriert werden und Unternehmen damit niederschwellig zur Verfügung stehen.

Kurzum: „SeSanData“ vereint intelligentes Systemdesign mit Energieeffizienz, Rechtssicherheit und digitaler Standardisierung für einen nachhaltigen und zukunftsfitten Gebäudebestand in Österreich