Derzeit wird die Effizienz von Filtermedien für Luftreinigungssysteme meist in Prüfkammern charakterisiert. Zum Einsatz kommen dabei nicht selten Kochsalzpartikel oder andere nicht-biologische Aerosole, wobei die Analyse frei von Zirkulationen im einmaligen Luftdurchgang erfolgt. Mit der Realität hat das nur wenig zu tun, wie Versuche in einem Auto gezeigt haben. Abhilfe soll nun eine mobile Testanlage schaffen, die im Strategischen ACR-Projekt „AeroMobil“ unter Leitung des OFI entwickelt wurde. Erstmals können Untersuchungen mit infektiösen Viren und anderen luftgetragenen Gefahrenstoffen damit unter standardisierten Bedingungen direkt in realen Innenräumen durchgeführt werden.
In Kombination mit einem mathematischen Simulationsmodell wird es auf diesem Weg möglich, frühzeitig präzise Aussagen über das potenzielle Infektionsrisiko zu treffen. „Um möglichst realitätsnah einschätzen zu können, wie wirksam ein Raumkonzept vor Allergenen, Viren und Bakterien schützt, arbeiten wir in unseren Testverfahren mit Bioaerosolen“, erklärt Christopher Hartl, Projektleiter am OFI. „Dadurch können wir Partikel nicht nur anhand von Größe und Anzahl erfassen, sondern auch nach ihrem biologischen Risiko bewerten.“ Durch die enge Zusammenarbeit von Verfahrenstechniker*innen und Mikrobiolog*innen wurde das erforderliche Know-how verschiedener Fachdisziplinen im Projekt kombiniert und aufeinander abgestimmt. Die Entwicklung der mathematischen Modelle erfolgte dabei von Anfang an in enger Abstimmung mit den tatsächlichen Laborversuchen, um Testszenarios an unterschiedliche Raumdimensionen anpassen zu können.