Forschungsförderung mit nachhaltiger Wirkung

Ohne Innovation keine Wettbewerbsfähigkeit – und ohne Förderung oft keine Innovation. Eine aktuelle Studie des ACR-Instituts KMFA zeigt, wie die FFG-Basisprogramme heimische Unternehmen fit für internationale Märkte machen, welche Branchen besonders profitieren und warum eine entsprechende budgetäre Ausstattung entscheidend ist, um im Wettbewerb zu bestehen.

Innovation und Wettbewerbsfähigkeit sind heute untrennbar miteinander verbunden. Unternehmen müssen kontinuierlich forschen und Innovationen auf den Markt bringen, um im Wettbewerb zu bestehen. Dabei sind sie auf externe Unterstützung in Form von Finanzierung und Know-how angewiesen. Im Rahmen der unternehmensbezogenen Forschungsförderung kommt den FFG-Basisprogrammen eine zentrale Rolle zu. In einer kürzlich veröffentlichten Studie hat die KMU Forschung Austria ihre Bedeutung für die gewerbliche Wirtschaft umfassend evaluiert.

Im Untersuchungszeitraum 2015 bis 2023 wurden pro Jahr im Durchschnitt knapp 1.000 gewerbliche Unternehmen mit einem Förderbarwert von über EUR 160 Mio. im Rahmen der Basisprogramme unterstützt. Das Gesamtbudget, das auch Förderungen für Forschungseinrichtungen, Verbände für kollektive Forschung sowie Einzelforscher*innen beinhaltet, ist seit 2019 weitgehend konstant und liegt bei rund EUR 330 Mio. pro Jahr. Der Großteil der geförderten Unternehmen entfällt auf die Sparten Gewerbe und Handwerk, Industrie sowie Information und Consulting, wobei der Industriesektor den höchsten Beteiligungsgrad aufweist. Die Erfolgsquoten der Anträge sind über alle Wirtschaftszweige hinweg relativ hoch. Insgesamt zeigt sich sowohl bei den veranschlagten Projektkosten als auch bei den zugesagten Fördermitteln vor allem seit 2021 ein deutlicher Anstieg, 2023 lagen sie 60% über dem Niveau von 2015.

Übersicht mit grafischen Auswertungen

Der hohe Anteil an Exporteuren – von mehr als 60% in der Sparte Information und Consulting bis über 90% im Industriesektor – zeugt von der großen Bedeutung, die Innovationen für die Wettbewerbsfähigkeit auf internationalen Märkten haben. In den vergangenen Jahren angestiegen ist die Beteiligung kleiner und junger Unternehmen sowie von Betrieben aus dem Dienstleistungssektor. Durch die zunehmende Nutzung von Erstförderungen bzw. Einstiegsformaten ergibt sich ein hoher Anteil an Erstförderungen, die pro Jahr im Durschnitt 32% ausmachen.

Mit Blick auf die adressierten Themenfelder ist seit 2019 der Anteil an klimarelevanten Forschungsvorhaben stark angestiegen, er lag 2023 bei rund 33% der geförderten Projekte in der gewerblichen Wirtschaft, in der Sparte Industrie sogar bei 82%. Aus Sicht der FTI-Strategie 2030 erfreulich ist auch die hohe Verwertungs- und Marktorientierung. So erreichen 81% aller F&E-Projekte (ohne Kleinförderungen) die Phase der wirtschaftlichen Verwertung und gehen in den meisten Fällen auch mit Umsatz- bzw. Beschäftigungseffekten einher. Im Mittel bewirkt EUR 1 Förderung EUR 8,6 zusätzlichen bzw. gesicherten Umsatz innerhalb von vier Jahren nach Projektende. Das schlägt sich in weiterer Folge in einer verbesserten Wettbewerbsposition der Unternehmen auf nationaler und internationaler Ebene nieder.

Ohne die Förderung wären 84% der F&E-Projekte nicht oder nur in limitierter Form umgesetzt worden. Um die anhaltende Konjunkturschwäche einzudämmen, empfiehlt die Studie daher eine verbesserte budgetäre Ausstattung der Basisprogramme, die über inflationsbedingte Anpassungen hinausgeht. Anderenfalls droht die Innovationsperformance heimischer Unternehmen weiter einzubrechen und damit auch ihre Wettbewerbsfähigkeit. Insofern steht viel auf dem Spiel.