Energieeffizient backen

Wie Bäckereien den Weg für nachhaltigen Genuss ebnen können, haben die ACR-Institute VG, GET und AEE INTEC im kürzlich abgeschlossenen Forschungsprojekt „Energy4Bakery“ aufgezeigt. Demnach führen ein innovatives Frischbacksystem und intelligente Sauerteigführung zu Energieeinsparungen von bis zu 30%.

Steigende Energiepreise und zunehmende ökologische Anforderungen setzen das heimische Bäckereigewerbe derzeit stark unter Druck. Gerade kleine und mittelständische Betriebe sind auf praxisnahe Lösungen angewiesen, um ihr wirtschaftliches Überleben zu sichern. Wie Bäckereien ihren Energieverbrauch rasch und unkompliziert minimieren können, haben die ACR-Institute VG, GET und AEE INTEC daher im Projekt „Energy4Bakery“ untersucht. Betrachtet wurde dabei der gesamte Backprozess von der Fermentation über die Teigbereitung bis hin zur Kühlung. Die Forschungsergebnisse zeigen, dass sich durch angepasste Prozessführung Energieeinsparungen von bis zu 30 % erzielen lassen, ohne die Qualität des Endprodukts zu beeinträchtigen.

Brote im Backofen

Mithilfe eines eigens entwickelten mobilen Messkoffers konnten die Forscher*innen den Energiebedarf sämtlicher Geräte – von der Gärtechnik bis zum Tiefkühlsystem – bestimmen und die einzelnen Prozessschritte mit relevanten Qualitätskriterien verknüpfen. In mehreren Versuchsreihen wurden unterschiedliche Verfahrensvarianten und Backparameter unter die Lupe genommen. Als besonders vielversprechend stellte sich dabei ein innovatives Frischbacksystem heraus. Es macht Tiefkühlprozesse, die sonst ganz wesentlich zum Energieverbrauch von Bäckereien beitragen, (weitgehend) obsolet und führt zu hochwertigen Endprodukten. „Mit dem Frischbacksystem lassen sich qualitativ bessere Produkte erzielen als mit Tiefkühlung, da die Waren sowohl besser schmecken als auch länger haltbar sind“, erklärt Christian Kummer, Geschäftsführer der Versuchsanstalt für Getreideverarbeitung.

Mann vor einem Brotbackofen

Ein wesentlicher Treiber für den Energieverbrauch im Backgewerbe ist auch die Fermentation. Um Einsparungspotenziale auszuloten, haben die Forscher*innen im Rahmen des Projekts unterschiedliche Sauerteigführungen unter definierten Temperaturen und Zeitbedingungen getestet und hinsichtlich der Teigeigenschaften und Prozessstabilität bewertet. „Am Ende des Tages muss man dem Brot Zeit geben und die Enzymaktivität kontrollieren. Eine gezielte Sauerteigverarbeitung sorgt für einen sensationellen Geschmack und eine längere Haltbarkeit – das ist auch ressourcenschonend, da so weniger Brote entsorgt werden müssen“, erklärt Maurice Mossong, Projektleiter bei der VG.

Die gute Nachricht für Bäckereien: Energieeffizienz und eine hohe Produktqualität gehen Hand in Hand. Wer auf Tiefkühlung verzichtet, reduziert seinen Energiebedarf um bis zu 30% und sorgt zugleich für hochwertige Brote, Semmeln und Co. Davon profitieren Bäckereien und ihre Kund*innen gleichermaßen.