Präparationstechnik auf höchstem Niveau

Im Rahmen des Strategischen Projekts „Re-Peat“ konnte das ACR-Institut ZFE seine Infrastruktur zur Probenvorbereitung für mikroskopische Untersuchungen auf das nächste Level heben. Ein hochmodernes Ultramikrotom eröffnet neue Marktpotenziale und stärkt Graz als internationalen Mikrotomie-Standort.

Der Erfolg mikroskopischer Untersuchungen steht und fällt mit der Probenvorbereitung. Als „Mikrotomie“ wird eine Präparationstechnik bezeichnet, mit der sich besonders dünne Schnitte anfertigen lassen. Bei Schnittdicken kleiner als 1µm spricht man von „Ultramikrotomie“. Am Grazer ACR-Institut ZFE ist die hochpräzise Technik schon seit einigen Jahrzehnten im Einsatz. Graz war es schließlich auch, wo die weltweit ersten wissenschaftlichen Arbeiten entstanden, welche die In-situ-Ultramikrotomie in den Materialwissenschaften zur Anwendung brachten.

Während die steirische Landeshauptstadt also schon seit längerem zu den prominentesten Mikrotomie-Standorten in Europa zählt, ist im Rahmen des Strategischen ACR-Projekts „Re-Peat“ zuletzt ein weiterer Meilenstein im Infrastruktur-Ausbau gelungen. Das Ultramikrotom Leica UC Enuity markiert einen wichtigen Fortschritt in der Analyse sensibler Materialien. Diese reichen von luft- und sauerstoffempfindlichen Stoffen, wie sie in Batterien vorkommen, über feuchte- und temperaturanfällige Proben bis hin zu biobasierten Materialien. Im Fall von „Re-Peat“ liegt der Fokus auf Schilfstroh, das zukünftig eine nachhaltige Torf-Alternative darstellen könnte.

Forscherin an einem Mikroskop
Gruppenfoto

Im Rahmen des Projekts, an dem neben dem ZFE auch die ACR-Institute AEE INTEC, GET und LVA beteiligt sind, entwickeln die Forscher*innen eine neuartige Kompostiermethode, die ohne den Zusatz weiterer organischer Materialien auskommt und so ein homogenes Endprodukt gewährleistet. Bereits während der Substratvorbehandlung wird die Mikrostruktur des Schilfstrohs analysiert, um optimale Rahmenbedingungen für die Kompostierung zu schaffen. Das hochmoderne Ultramikrotom ermöglicht eine überaus präzise und hochgradig automatisierte Schnitterstellung für eine optimale Probenqualität. Damit eröffnen sich auch abseits der spezifischen Projektfragen bisher unerreichbare Anwendungsmöglichkeiten und Marktpotenziale.

In Zusammenarbeit mit der Firma Leica sind Schulungen am neuen Gerät geplant, um die vorhandene Expertise auszubauen und das Institut in seiner Reputation weiter zu stärken. Ein entscheidender Schritt in diese Richtung ist zuletzt auch mit dem Besuch des Ultramikrotomie-Workshops in Halle gelungen. Auf Einladung der Martin-Luther-Universität haben Claudia Mayrhofer und Armin Zankel das vielfältige Programm rund um die hochpräzise Präparationstechnik mit wissenschaftlichen Vorträgen bereichert und neue Methoden der Materialuntersuchung aufgezeigt. Es ist ein weiterer Meilenstein in der Grazer Mikrotomie-Geschichte, die ihren Höhepunkt zweifellos noch nicht erreicht hat.