ACR bei Technology Talks Austria 2025

Knapp 900 Teilnehmer*innen und 125 Speaker*innen diskutierten im Rahmen der Technology Talks Austria 2025 über die Rolle von Forschung, Technologie und Innovation für die Zukunft Europas. Im gemeinsamen Workshop von BMWET, ACR, CDG und Fraunhofer Austria drehte sich unter dem Titel „Research to Impact“ alles um die Wettbewerbsfähigkeit von KMU durch effektiven Wissenstransfer.

Kleine und mittelständische Unternehmen sind das Rückgrat der heimischen Wirtschaft, stehen in ihrer Wettbewerbsfähigkeit aber massiv unter Druck. Wer sich gegen die internationale Konkurrenz behaupten will, muss heute vor allem seine Innovationskraft unter Beweis stellen, KMU verfügen aber nur selten über die erforderlichen Ressourcen, um selbst Forschung und Entwicklung zu betreiben. Umso wichtiger ist es, dass sie niederschwellig auf die Expertise und das Know-how von Forschungseinrichtungen zurückgreifen können. Und davon gibt es in Österreich mehr als genug: „Wir haben die Talente, wir haben die Ideen, wir haben die Forschung“, betont Florian Frauscher, Sektionsleiter im Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus (BMWET), in seinem Eröffnungsstatement. Geht es allerdings darum, Forschungsergebnisse effektiv in die Wirtschaft und zu den Unternehmen zu bringen, zeigt sich, dass im heimischen Innovationsystem nicht alles rund läuft.

Mehr Fokus und skalierbare Geschäftsmodelle

Und damit ist Österreich längst nicht allein, wie ein Blick über den Tellerrand offenbart. So spricht Torben Schubert, stellvertretender Leiter der Abteilung Innovations- und Wissensökonomie am Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung ISI, in seinem Impulsvortrag von „ganz großen Herausforderungen für Europa“. Zurückführen lässt sich das vor allem neue Technologien wie Künstliche Intelligenz, die stark durch Skalenerträge und Größenvorteile charakterisiert sind. Während in Europa die notwendigen kritischen Massen oft nicht erreicht werden, gewinnen aufstrebende Konkurrenten aus Übersee an Boden. Um eine Trendwende zu erreichen, plädiert Schubert nicht nur für eine Bündelung von Ressourcen, sondern auch für eine strategische Ausrichtung der Forschungsförderung und eine stärkere thematische Fokussierung. „Wir müssen wieder lernen, Sachen nicht zu machen“, bringt es der Systemforscher auf den Punkt. Und genau hier kommen KMU ins Spiel, die oft sehr stark in Nischen agieren und als innovationsaktive „hidden champions“ enormes Potenzial bergen. Aufgabe der nächsten Jahre wird es daher sein, dieses Potenzial zu heben und dafür sind skalierbare und hochgradig digitale Geschäftsmodelle gefragt.

Veranstaltungssaal mit gefüllten Sitzreihen und Leinwand

Wie es gehen kann

Welche Rolle die Wissenschaft und der erfolgreiche Transfer von Forschungsergebnissen in die Wirtschaft dabei spielen, zeigen an diesem Nachmittag drei konkrete Beispiele aus der Praxis. Den Auftakt machen die Sonnenkraft Energy GmbH und das Österreichische Forschungsinstitut für Chemie und Technik (OFI), Mitglied im ACR-Forschungsnetzwerk. In enger Zusammenarbeit ist es den Projektpartnern auf Basis beschleunigter Alterungstests gelungen, Photovoltaik-Module für Regionen mit extremen Umweltbedingungen wie die Alpen zu entwickeln. Die Kooperation zwischen Wissenschaft und Unternehmen auf Augenhöhe war auch im Fall des zweiten Best-Practice-Beispiels erfolgsentscheidend: Im Projekt „PhysICAL“ haben Forscher*innen von Fraunhofer Austria gemeinsam mit Unternehmenspartnern ein virtuelles Handelshaus ins Leben gerufen, das KMU auf kostensparende und umweltfreundliche Weise den Zugang zum eCommerce ermöglicht. Dreh- und Angelpunkt der dritten Success Story war wiederum das Christian-Doppler-Labor „ATHENA“, in dem hocheffiziente Kompressionsverfahren für eine möglichst effiziente Datenübertragung beim Videostreaming entwickelt wurden.

a Vortragender vor Publikum
b 3 Personen bei einer Podiumsdiskussion

KMU als Keyplayer

Es sind drei Beispiele, die veranschaulichen, wie aus Forschung marktreife Innovationen werden, wenn die richtigen Player zusammenkommen und die Rahmenbedingungen stimmen. In der abschließenden Podiumsdiskussion wird klar, dass mehrere Stellschrauben gedreht werden müssen, um aus erfreulichen Einzelfällen ein erfolgreiches System zu machen. Anika Gassner, Forscherin am ACR-Institut OFI, verweist auf die sehr theorielastige Studienausrichtung an vielen Universitäten, die es nur mit sehr viel Eigeninitiative erlaubt, direkt mit der Wirtschaft in Kontakt zu treten. Florian Frauscher unterstreicht wiederum die entscheidende Rolle von Multiplikatoren wie der ACR, spielt den Ball aber auch zu den Wissenschaftler*innen zurück, die stärker unternehmerisch denken müssten. Klaren Handlungsbedarf ortet der Sektionsleiter im BMWET auch, wenn es um den Zugang zu Private Equity und Risikokapital geht. ACR-Präsidentin und Unternehmerin Iris Filzwieser plädiert in ihrem Abschlussstatement einmal mehr für die essenzielle Rolle von Klein- und Mittelbetrieben: „KMU sind das Standbein von Österreich, auch in der Forschung.“ Damit sie gestärkt werden, braucht es neben mehr Sichtbarkeit und Planungssicherheit vor allem auch digitale Formate, die Unternehmen niederschwellig und effizient mit geeigneten Forschungspartnern zusammenbringen. Der abwechslungsreiche Workshop schließt mit einer klaren Botschaft: Um wettbewerbsfähig zu bleiben, darf sich Österreich nicht länger auf seiner starken Inputseite ausruhen. Vielmehr gilt es, die Brücken zwischen Wissenschaft und Wirtschaft weiter auszubauen und so mit klarem Fokus gemeinsam für Innovationen zu sorgen, die uns nachhaltig nach vorne bringen.

News

Neuigkeiten aus
dem Netzwerk

  • ACR
  • 05/26
Gruppenfoto

ACR auf Studienreise in Warschau

Ende April führte die ACR-Studienreise eine 42-köpfige Delegation, darunter Vertreterinnen und Vertreter der ACR-Institute und anderer außeruniversitärer Forschungseinrichtungen, Ministerien, Förderagenturen, Interessenvertretungen sowie Medien, nach Warschau. Polen verzeichnete in den letzten Jahren ein enormes Wirtschaftswachstum, in der Forschung setzt man auf Dual Use und Zukunftstechnologien.

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  • ACR
  • 03/26
Gruppenfoto vor einem Roll-up

ACR bei der Langen Nacht der Forschung

Am 24. April 2026 machte die "Lange Nacht der Forschung" Wissenschaft und Innovation aus Österreich einmal mehr sichtbar und erlebbar. Die ACR war mit drei Forschungsstationen in Wien und Graz vertreten.

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  • KMFA
  • 05/26
Vier Personen im Gespräch

Innovationsleistung österreichischer KMU weiter rückläufig

In seinem Bericht „KMU im Fokus“ zeigt das ACR-Institut KMFA alljährlich die Bedeutung kleiner und mittelständischer Unternehmen (KMU) für die österreichische Wirtschaft auf. Die aktuelle Ausgabe widmet sich schwerpunktmäßig der Situation von KMU entlang ihrer zentralen Entwicklungsphasen von der Gründung bis zur Schließung.

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  • ZSI
  • 05/26
3 Forscher*innen im Gespräch mit Blick auf einen Laptop

ZSI startet elf neue Horizon Europe Projekte

Das ACR-Institut ZSI startete mit elf neuen Horizon Europe Projekten ins Jahr 2026. Im Forschungsfokus stehen etwa partizipative Wege der Wissenschaftsvermittlung, der Mensch als Mittelpunkt industrieller Innovationen oder gemeinschaftliche Lösungsansätze für mehr Lebensqualität im ländlichen Raum.

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  • OeIV
  • 05/26
Pokal

ÖIV – Staatspreis Smart Packaging

Mit dem Staatspreis Smart Packaging werden innovative, nachhaltige und ganzheitliche Verpackungslösungen in den Kategorien B2B, B2C sowie Verpackung der Zukunft prämiert. Einreichungen sind bis noch bis 29. Mai 2026 möglich.

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  • ACR
  • 03/26
Menschen bei einer Preisverleihung auf der Bühne

Falling Walls Lab Vienna geht in die nächste Runde

Der internationale Pitch-Wettbewerb "Falling Walls Lab" für Nachwuchstalente aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft findet heuer zum zweiten Mal in Wien statt. Bewerbungen sind bis zum 29. Mai 2026 möglich.

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  • OFI
  • 05/24
Veranstaltungssujet

OFI – Jetzt für den HFM Sustainability Award einreichen

Der H. F. Mark Sustainability Award zeichnet Forschungsprojekte aus, die zu einem verantwortungsvollen Umgang mit der Ressource Kunststoff beitragen. Einreichungen sind bis Ende Mai 2026 möglich. 

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  • AEE
  • 03/26
Gruppenfoto

AEE INTEC – Neues Innovationslabor für die Wärmewende

Mit der Allianz WärmeZukunft gibt es in Österreich ein neues Innovationslabor für die nachhaltige Transformation des Wärme- und Kältesektors. Getragen wird die mit 10 Mio. Euro dotierte Initiative von Green Energy Lab und AEE INTEC.

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  • V-Research
  • 01/26
Bildschirm mit Lichtwellen

V-Research – Neues Transferzentrum für Photonik-Forschung

Vorarlberg investiert in die Zukunft: Im EU-Förderprogramm IBW/EFRE wurden vier neue Transferzentren mit rund 5 Mio. Euro für drei Jahre genehmigt. „Photonics for Industry“ bündelt unter der Beteiligung des ACR-Instituts V-Research bestehende Photonik-Kompetenzen für Anwendungen in den Bereichen Quantentechnologie, Life Sciences, Umweltsensorik und Telekommunikation.  

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  • OFI
  • 01/26
Menstruationsprodukte

OFI – Gates Foundation unterstützt Forschung für sichere Menstruationsprodukte

Mit dem Projekt "LEIFS" hat Elisabeth Mertl, Forscherin am ACR-Institut OFI, die Entwicklung internationaler Sicherheitsstandards für Menstruationsprodukte angestoßen. Finanzielle Unterstützung kommt dabei nun auch von der Gates Foundation.

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  • LVA
  • 11/25
Bunter Mix aus verschiedenen Lebensmitteln, v.a. Obstsorten

LVA – Auf dem Weg zum 100-Jahre-Jubiläum

2026 feiert die Lebensmittelversuchsanstalt, Gründungsmitglied der ACR, ihr 100-jähriges Bestehen. Einen ersten Vorgeschmack auf das Jubiläumsjahr gab es bereits Anfang November im Rahmen einer spannenden Podiumsdiskussion rund um die Zukunft der Lebensmittelsicherheit in Europa.

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  • ACR
  • 10/25
Gruppenfoto auf der Bühne bei einer Preisverleihung

ACR vergibt Innovationspreise

Jedes Jahr holt die ACR – Austrian Cooperative Research zusammen mit dem Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus (BMWET) KMU-Innovationen auf die Bühne. Im Rahmen der ACR-Enquete am 15. Oktober 2025 wurden vor rund 120 Gästen aus Wirtschaft, Forschung und Politik insgesamt fünf Preise vergeben: der ACR Woman Award, der ACR Start-up Preis und drei ACR-Innovationspreise.

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  • ACR
  • 09/25
Gruppenfoto

ACR startet sieben neue Forschungsprojekte!

Die Institute im ACR-Netzwerk forschen zusammen mit und zum Nutzen von Unternehmen, insbesondere kleinen und mittleren. Das Ergebnis sind marktnahe Innovationen mit nachhaltigem Impact. Aus Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft, Energie und Tourismus (BMWET) fördert die ACR jedes Jahr KMU-Projekte mit einem Volumen von rund 2 Millionen Euro. Heuer haben sich sieben Projekte in einem strengen Auswahlverfahren durchgesetzt. Beim Kick-off-Event am 22. September 2025 wurden sie der Öffentlichkeit vorgestellt.

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  • ACR
  • 08/25
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Falling Walls Lab: Nachwuchstalente im Rampenlicht

Im Rahmen des FFG-Forums fand am 10. September 2025 das Finale des Fallings Walls Lab Vienna, einem internationalen Pitching-Wettbewerb für junge Forschende, Unternehmer*innen und Innovator*innen, statt. Hinter Tayebeh Saghaei erreichte Sanja Savić vom ACR-Institut OFI den hervorragenden zweiten Platz.

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  • ACR
  • 06/25
Frau mit Magazin in der Hand

ACR setzt positive Entwicklung fort

Trotz angespannter wirtschaftlicher Situation legt das mittelständische Forschungsnetzwerk ACR – Austrian Cooperative Research in der aktuellen Bilanz wieder erfreuliche Zahlen vor. Ein Gesamtumsatz von rund 82 Mio. Euro und 830 Beschäftigte zeugen von der steigenden Bedeutung anwendungsorientierter Forschung im heimischen Innovationssystem.

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  • ACR
  • 06/25
3 Personen im Portrait

ACR Podcast: Jeden Tag einen Schritt Richtung Zukunft setzen

Was Unternehmen tun können, um ihre Innovationskraft zu stärken und sich langfristig auf einem kompetitiven Markt zu behaupten, haben wir ACR-Präsidentin und Unternehmerin Iris Filzwieser, Vizepräsidentin der Wirtschaftskammer Österreich Amelie Groß und Institutsleiter der KMU Forschung Austria Thomas Oberholzner in unserem Podcast „RundUmForschung“ gefragt. 

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  • ACR
  • 05/25
Gruppenfoto

ACR auf Studienreise in Dublin

Mitte Mai führte die ACR-Studienreise eine 42-köpfige Delegation, darunter Vertreterinnen und Vertreter der ACR-Institute, Ministerien, Förderagenturen, Interessenvertretungen sowie Medien, nach Dublin. Irland ist für seine wirtschaftsfreundlichen Rahmenbedingungen weithin bekannt, in der Forschung kann das Land vor allem durch eine starke Kundenorientierung, die gezielte Förderung von Talenten und das ausgezeichnete Zusammenspiel von Wissenschaft, Politik und Unternehmen punkten.

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  • AEE
  • 05/25
Photovoltaik-Module im ländlichen Raum

AEE INTEC – Kooperation für eine grüne Energiezukunft

Die Forschungsinitiative Green Energy Lab und das ACR-Institut AEE INTEC bündeln ihre Kompetenzen, um die Wärmewende voranzutreiben.

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  • ACR
  • 03/25
NCP-IP Logo

NCP-IP: World IP Day Event 2025

Wissen vernetzen, die Zukunft gestalten: Das World IP Day Event des NCP-IP am 24. April 2025 im Wiener Haus der Industrie widmet sich IP-Strategien in Entwicklungskooperationen entlang der Innovationskette. Mit einem Best Practice Beispiel wird auch das ACR-Institut OFI vor Ort vertreten sein.

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