Forschung & Entwicklung für Zement und Beton

Mit einer visionären Keynote, einer abwechslungsreichen Podiumsdiskussion und innovativen Vorzeigebeispielen sorgte am 4. November 2024 das 45. Kolloquium „Forschung und Entwicklung für Zement und Beton“ des ACR-Instituts VÖZ bei rund 300 Teilnehmenden für einen spannenden Nachmittag rund um Klimaschutz, Dekarbonisierung und Bauen der Zukunft.

Personen auf einer Bühne

„Zement und Beton werden auch in Zukunft nicht ersetzbar sein. Die Frage ist, wie die Zemente der Zukunft aussehen werden, wie eine CO2-Minderung bei ihrer Herstellung gelingen und wie Nachhaltigkeit im Betonbau umgesetzt werden kann“, betont VÖZ-Geschäftsführer Sebastian Spaun anlässlich des 45. Kolloquiums. Den Auftakt zur Veranstaltung gab Horst-Michael Ludwig von der Bauhaus-Universität Weimar. Auf Baustoffforschung, Klimaschutz und Ressourcenschonung spezialisiert, wagte er gleich zu Beginn einen Blick in die Zukunft: Um das Potenzial klimafreundlicher Zementsorten ausschöpfen zu können, gilt es, technische Problemstellungen – insbesondere im Bereich Frühfestigkeit und Dauerhaftigkeit – zu lösen und zielführende politische Rahmenbedingungen zu schaffen.

Dass Klimaschutz und Bauen Hand in Hand gehen müssen, zeigte auch die Podiumsdiskussion, die zwischen Entscheidungsträger*innen aus Industrie, Bau, Forschung und NGOs stattfand. Dabei betonte Heimo Berger, Vorstandsvorsitzender der VÖZ und CEO Leube Gruppe, warum der Baustoff Beton auch in Zukunft Teil der Lösung bleibt: „Mit Beton können wir flächenschonend in die Höhe und Tiefe bauen, die Bauteilaktivierung trägt maßgeblich zur Klimaresilienz des Wohnbaus bei und wir können unsere Baustoffe zu 100 Prozent im Kreislauf halten.“ Entscheidende Erfolgsfaktoren werden nach Jens Schneider, Rektor der TU Wien, auch in Zukunft vor allem die interdisziplinäre Zusammenarbeit und das fundierte Verständnis um komplexe technische und naturwissenschaftliche Zusammenhänge sein. Wie bereits heute Klimaschutz und Bauen der Zukunft aussehen können, zeigte Isabella Stickler, Obfrau und Vorstandsvorsitzende der Gemeinnützigen Bau-, Wohn- und Siedlungsgenossenschaft Alpenland anhand des „Zukunftshaus Wolkersdorf, das mit optimierter Außenhülle, Wärmepumpe, thermischer Bauteilaktivierung und intelligenter Steuerung höchste Wohnqualität verspricht. Johannes Wahlmüller, Klima- und Energie-Sprecher bei GLOBAL 2000, plädierte indes dafür, den Fokus verstärkt auf den verdichteten Wohnbau zu legen.

Podiumsdiskussion
Blick von oben auf einen Veranstaltungsraum mit vielen Besuchern

CO2-Minderung, Innovation und Nachhaltigkeit

Cornelia Bauer zeichnete als Projektleiterin bei der VÖZ den Erfolgsweg nach, der zur Entwicklung der kürzlich mit dem ACR-Innovationspreis ausgezeichneten klimafitten Zementsorte CEM II/C führte. Tanja Manninger von der Smart Minerals GbmH gab einen Überblick über die Ergebnisse des Forschungsprojekts „Getemperte Tone“ und ging dabei auf die Druckfestigkeitsentwicklung sowie Spezialeinsatzmöglichkeiten ein. Stefan Krispel, Geschäftsführer bei Smart Minerals zeigte, wie mit besonderem Fokus auf die Nachbehandlung die Dauerhaftigkeit von Betonen sichergestellt werden kann. Einmal mehr stellte das Kolloquium eindrucksvoll unter Beweis, wie viel sich in der Baubranche in Sachen Klimaschutz aktuell bewegt. Entsprechend positiv fällt auch das Resümee von Sebastian Spaun aus: „Seit 45 Jahren stellt die VÖZ mit dem Kolloquium die Forschung und Entwicklung in den Mittelpunkt der Öffentlichkeit. Die rege Teilnahme am diesjährigen Kolloquium bestätigt den hohen Stellenwert der Forschung, um Themen wie Klimaschutz, Dekarbonisierung und Bauen der Zukunft erfolgreich voranzutreiben.“

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